18.12.2018

Jahresrückblick 2018: Was haben wir erreicht?

Wir erinnern uns an besondere Erfolge

Das Jahr 2018 ist fast vorbei und wir blicken auf 12 Monate zurück, in denen viel passiert ist. Greenpeace hat sich überall auf der Welt für den Schutz unserer Umwelt eingesetzt und viel erreichen können. Mit diesem Rückblick blicken wir auf die für uns ganz besonderen Aktionen und Ereignisse zurück:

 

1. Lidl führt Fleischkennzeichnung ein

Wir schauen zurück an den Anfang des Jahres und sehen: Lidl-Filialen, die in Schweineställe umgewandelt wurden. Aktivist*innen, die eine Haltungskennzeichnung für Fleisch forderten. 65.354 Protestmails und rund 400 Aktionen, die sich gegen Massentierhaltung aussprachen und mehr Transparenz beim Fleischkonsum forderten. Und schließlich: Erfolg. Lidl führte den Verbraucherkompass ein, mit dem Kunden erkennen können, woher ihr Fleisch kommt. So können sie entscheiden, welche Art der Haltung sie mit ihrem Kauf unterstützen möchten. Die Kennzeichnung erfolgt in 4 Stufen – von qualvoller Stallhaltung bis Bio. Bis Anfang 2019 soll bereits die Hälfte des Lidl-Frischfleisch-Sortiments  auf mindestens "Stallhaltung Plus" umgestellt sein, wie Lidl es nennt. Langfristig soll es kein Fleisch mehr bei Lidl geben, was den Tieren nur die gesetzlich gerade noch zulässigen Haltungsbedingungen gewährt.

Transparenz ist ein wichtiger Schritt hin zur besseren Tierhaltung. Bislang gibt es keine bundesweite Regelung, mit der die Herkunft von Frischfleisch gekennzeichnet werden muss. Auf Lidl folgen Aldi, Netto, Kaufland, Rewe und Penny. Nur Edeka hat als einzige große Supermarktkette noch keine Haltungskennzeichnung eingeführt. Für Greenpeace ist die Aktion jedoch noch nicht vorbei. Weiterhin werden wir überprüfen, ob Lidl sein Versprechen hält. Außerdem sind wir der Meinung, dass Lidl sich noch mehr verbessern kann und dieses Konzept erst der Anfang ist. Wir fordern verbindliche Fleisch-Kennzeichnung für alle Supermärkte!

2. Rodungsstopp im Hambacher Wald

Diese Aktion war eine ganz besondere! Es ist kaum in Worte zu fassen, wie atemberaubend die friedlichen Proteste für den Erhalt des Hambacher Waldes waren. Zehntausende Menschen vereint durch den gemeinsamen Wunsch die Umwelt zu schützen und den Wald zu erhalten. Künstler und Bands unterstützten die bunte Bewegung. Im 12.000 Jahre alten Wald leben viele geschützte Tierarten. Außerdem ist er in seiner Zusammensetzung einzigartig in Europa.

Die Veranstalter der Großdemonstration, die Initiative Buirer für Buir, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Greenpeace und die Naturfreunde Deutschlands, forderten gemeinsam mit den Teilnehmern von der Bundesregierung einen zügigen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle und von dem Energiekonzern RWE einen Komplettverzicht auf die geplante Rodung des Hambacher Waldes. Nachdem wochenlang mit Waldbesetzungen, -spaziergängen und Demos gegen die Abholzung gekämpft wurde entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster, dass der Energieriese RWE die geplante Rodung des Hambacher Waldes stoppen muss, bis über eine Klage des BUND entschieden wurde.

3. Amazonasriff wird geschützt

An einem ungewöhnlichen Ort an der Küste vor Brasilien, dort wo der Amazonas auf den Atlantik trifft, liegt ein besonderes Korallenriff. Vor nicht langer Zeit entdeckt, wird es durch geplante Ölbohrungen an der brasilianischen Küste stark bedroht. Um dieses Wunder der Natur zu schützen, setzten sich weltweit über zwei Millionen Menschen für das Riff ein. Das Engagement wurde belohnt: Die brasilianische Umweltschutzbehörde IBAMA hat den Bohrantrag des Ölkonzerns TOTAL abgelehnt. Ein wichtiges Signal für andere Ölfirmen. Auch BP will sich Bohrlizenzen im Amazonasdelta sichern. Wir werden uns weiter für den Schutz des Amazonasriffs einsetzen!

4. Palmölerfolg Wilmar

Palmöl steckt etwa in jedem zweiten Produkt, das wir im Supermarkt kaufen: von Fertiggerichten, über Kosmetik bis hin zu Kerzen. An sich spricht auch nichts gegen das vielseitige Pflanzenöl, doch die Art und Weise, wie es an- und abgebaut wird, zerstört den Lebensraum vieler Tierarten und schadet der Umwelt immens. Für Palmöl werden Regenwälder illegal gerodet und Torfmoore trockengelegt. Greenpeace forderte daher Unternehmen auf, kein schmutziges Palmöl mehr zu beziehen und mehr Transparenz in ihre Lieferketten zu bringen.

Der größte Zulieferer heißt Wilmar. Er liefert circa 40 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls. Wenn er weiterhin diese Position auf dem Markt haben will, wird es Zeit, gegen die aktuellen Rodungen vorzugehen. Und das hat Wilmar dieses Jahr eingesehen. Der Konzern hat einen Aktionsplan vorgelegt, wie er gegen die anhaltende Waldzerstörung vorgehen will. Mit Satelitenbilder willl der Konzern nachvollziehen, woher sein Palmöl aus Indonesien stammt und wie es an- und abgebaut wird. Nun gilt es für kleinere Zulieferer mitzuziehen.  In den kommenden Monaten und Jahren wird Greenpeace beobachten, ob der Marktführer sein Versprechen hält – und der indonesische Regenwald endlich vor weiterer Zerstörung geschützt wird.

Greenpeace AktivistInnen besetzten eine Palmöl Raffinerie des Produzenten Wilmar International auf der indoneischen Insel Sulawesi.
Greenpeace AktivistInnen besetzten eine Palmöl Raffinerie des Produzenten Wilmar International auf der indoneischen Insel Sulawesi.

Vielen Dank für eure tatkräftige Unterstützung bei diesen und vielen weiteren Kampagnen. Durch Unterschriften, Spenden und euren Einsatz habt ihr einen sehr wichtigen Teil dazu beigetragen, unsere Umwelt zu schützen. Wir sind gespannt auf 2019 und freuen uns, gemeinsam mit euch Missstände aufzudecken, Dinge anzupacken und zu bewegen.

 

 



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Liebe Leute, ich bewundere und unterstütze Eure Arbeit seit Jahren, danke dafür!
Warum jedoch muss ich erst aus dem Spiegel über die "Panne" beim Abwracken der ehemaligen Rainbow Warrior II erfahren? Transparenz kann nicht nur eine Forderung an "die Anderen" sein.
Ich finde das oberpeinlich!

Gruss, Hugo