25.10.2016

Verpasste Chance: Kein Schutzgebiet für Wale im Südatlantik

Ein Gastbeitrag von Greenpeace UK.

Schlechte Neuigkeiten vom diesjährigen Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC): Gleich die erste Abstimmung, bei der es um etwas ging, brachte eine herbe Enttäuschung für Walschützer. Der Vorschlag, im Südatlantik ein Walschutzgebiet zu errichten, wurde nicht angenommen, obwohl die meisten Abgeordneten dafür stimmten – benötigt wurde aber eine Dreiviertelmehrheit.

Die Abstimmung über das Schutzgebiet war der erste Tagesordnungspunkt heute Morgen. Die Idee ist keineswegs neu und kommt für langjährige Beobachter der IWC nicht überraschend, doch die öffentliche Unterstützung für den Vorschlag ist in den vergangenen Jahren massiv angewachsen. Vor der Stimmabgabe hatten sich mehr als eine Million Menschen weltweit für ein neues Schutzgebiet ausgesprochen. Alle Länder im IWC, die an das vorgeschlagene Gebiet grenzen, sind dafür. Nichtsdestotrotz ist für die Errichtung eines neuen Schutzgebiets eine qualifizierte Mehrheit notwendig, in diesem Fall müssen drei Viertel der befragten Länder zustimmen. Das heißt letztlich: Jede Stimme dagegen ist genauso stark wie drei dafür!

38 Länder (darunter alle beteiligten EU-Länder und der lateinamerikanische Block) waren für ein Schutzgebiet, 24 stimmten dagegen (darunter Japan, Russland, die Mongolei und Tansania), zwei enthielten sich. 47 Stimmen wären bei der Anzahl an Teilnehmern nötig gewesen, um den Vorschlag durchzubringen.

Die Enttäuschung ist groß. Aber die Entscheidung macht klar, dass die Wale nach wie vor unsere Hilfe benötigen – und dass die IWC noch nicht zu der schützenden Institution geworden ist, die sie sein müsste.

Der Südatlantik ist für Wale ein immens wichtiger Lebensraum, hier findet man ehrfurchtgebietende Orcas und springfreudige Buckelwale, aber es muss weit mehr getan werden, um sie zu schützen. Die nächste Gelegenheit dazu besteht auf dem nächsten IWC-Treffen 2018.

Auch wenn heute die Enttäuschung überwiegt: Jetzt müssen wir daran arbeiten, alle Unterstützer für das Schutzgebiet  – egal, ob politisch oder öffentlich – zusammenzubringen und sicherzustellen, dass wir 2018 einen Sieg für die Wale erringen. Der ist längst überfällig. Wie wir hören, hat Brasilien angeboten, Gastgeber des Treffens in zwei Jahren zu sein – das könnte die perfekte Umgebung sein, das Walschutzgebiet im Südatlantik endlich wahr werden zu lassen: Immerhin wirbt Brasilien seit 20 Jahren für ein solches Schutzgebiet.

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Ein Gastbeitrag von Greenpeace UK.



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