05.12.2018

Volkswagen will aus Diesel und Benzinern aussteigen

Was bedeutet das für Luftverschmutzung und Klima?

Die Ankündigung

Gestern hat Volkswagen angekündigt, mittelfristig aus dem Geschäft mit Autos auf Verbrennungsmotor-Basis auszusteigen. Nach dem von Strategie-Chef Michael Jost umrissenen Plan ist das erklärte Ziel, das letzte Benziner- und Dieselauto 2040 zu verkaufen - demnach würde die letzte Generation von Autos mit Verbrennungsmotor 2026 entwickelt werden.

Volkswagen ist der erste große Autohersteller, der einen Plan vorlegt, der vorsieht, aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen. Tatsächlich ist VW der größte Autokonzern der Welt (zur VW Group gehören unter anderen die Marken VW, Audi, Seat, Skoda und Porsche). Der Schritt hat also große Bedeutung – für die Luft in unseren Städten und für das Klima.

Was heißt das für die Luftverschmutzung?

Dieselabgase tragen zu einem hohen Maße zur gefährlichen Luftverschmutzung in Europas Städten bei. Noch im vorigen Jahr sagte der VW-Geschäftsführer Matthias Müller dem Dieselmotor eine “große Zukunft” voraus. Dass der Autoriese jetzt zugibt, dass das Ende von Diesel und Benzinern nicht mehr weit weg ist, ist also ein großer Schritt.

“Nicht mehr weit weg” ist allerdings relativ. Es könnten gut und gerne noch 22 Jahre vergehen, bis VW aufhört, Diesel und Benziner zu verkaufen. Volkswagens Ankündigung bedeutet nicht, dass schon morgen weniger Dieselautos auf unseren Straßen unterwegs sein werden. Also werden auch positive Effekte auf die Luftqualität auf sich warten lassen. Es bleibt weiter viel zu tun, damit die Luft in unseren Städten sauber wird - und Greenpeace wird sich wie schon die letzten Jahre weiter mit Kräften dafür einsetzen.

Was bedeutet VW’s Ankündigung für das Klima?

In Europa hat der Verkehrssektor den zweitgrößten Anteil am Klimawandel und es ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen nicht gesunken, sondern gestiegen sind. Wenn wir die Erderhitzung auf 1,5° Celsius begrenzen wollen – wie im Pariser Klimaschutzabkommen vor 3 Jahren vereinbart – müssen wir dringend die Emissionen von Autos verringern, in Europa bis spätestens 2028 aus Diesel und Benzin aussteigen und da wo möglich auf Rad und ÖPNV umsteigen.

Dass der größte Autohersteller der Welt ein Ende des Verbrennungsmotors ankündigt, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Aber das Ausstiegsdatum, mit dem VW plant – 2040 – liegt viel zu spät, um die Erderhitzung auf 1,5° Celsius zu begrenzen.

Obwohl nun klarer ist als je zuvor, dass das Ende des Ölzeitalters kommt, müssen VW und der Rest der Autoindustrie einen schnelleren Wandel einleiten – weg von Diesel und Benzinern.

Was passiert jetzt?

Um die Luftverschmutzung zu bekämpfen und die schlimmsten Effekte des Klimawandels abzuwenden, muss die gesamte Autoindustrie aus der Produktion von Diesel und Benzinern aussteigen – und zwar viel schneller als die aktuellen Planungen vorsehen. Deshalb werden wir mit aller Kraft Druck auf andere Autokonzernen machen, damit diese eigene Ausstiegspläne vorlegen und VW zu mehr Geschwindigkeit beim fälligen Wandel drängen – hinzu Elektroautos und sauberen Mobilitätsformen. Wir hoffen, ihr werdet uns dabei unterstützen.

 

Autor: Benjamin Stephan

Topic
Klimawandel
Format
Analyse


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