23.04.2018

Was du für eine Revolution in der Mode tun kannst

Mit dem Hashtag #whomademyclothes erinnert die Fashion Revolution Week ab heute an die größte Tragödie im Textilsektor: dem Unglück von Rana Plaza. Vor fünf Jahren kamen am 24. April 1138 Frauen und Männer in einer baufälligen bangladeschischen Textilfabrik ums Leben. Die Tragödie schickte Schockwellen in die ganze Welt: Nicht nur wegen des intensiven Rettungseinsatzes und der vielen verlorenen Leben, sondern auch wegen der unsicheren und ungesunden Arbeitsbedingungen, unter denen Fast Fashion oft hergestellt wird.

Die globale Bewegung “Fashion Revolution” protestiert seitdem gegen das Elend in der Textilindustrie, die als eine der weltweit dreckigsten und unfairsten gilt. Willst Du auch endlich wissen, wo deine Kleidung herkommt? Wer hat sie gemacht, in welchen Fabriken, zu welchem Preis? Für mehr Transparenz im Textilsektor frage die Marken jetzt #whomademyclothes!

Binhai Industrial Zone in China
Ein Arbeiter in einer Fabrik in der Binhai Industrial Zone in China. Nach jedem Färbeprozess werden die Textilien gewaschen.

Fashion Revolution

In ihrem fünften Jahr ist Fashion Revolution größer und mutiger denn je. Von heute bis zum kommenden Sonntag, den 29. April, wird sie Aktivisten in 100 Ländern auf die Straße bringen, die eine sichere, saubere und transparentere Modeindustrie fordern.

Bei Greenpeace wissen wir, was Menschen mit vereinten Kräften alles erreichen können:  Weltweit unterstützen sie unsere Kampagne "Detox my Fashion", indem sie Modemarken auffordern, gefährlichen Chemikalien zu ächten. Aufgrund der anhaltenden Proteste hat sich mittlerweile schon 15 Prozent der weltweiten Textilbranche verpflichtet, besser zu werden. Es ist möglich, einen grundlegenden Wandel herbeizuführen, wenn wir uns zusammenschließen!

Der brandneue Transparency Index von Fashion Revolution listet 150 Modemarken nach ihrer Transparenz: Bisher ist nur ein Bruchteil der Branche bereit, Informationen über ihre Produktion preiszugeben - von den Arbeitsbedingungen über die Löhne bis hin zum Chemikalieneinsatz und Wasserverbrauch. Zum 5. Jahrestag der Rana-Plaza-Tragödie fordert die Fashion Revolution endlich mehr Transparenz - sie ist der Schlüssel für eine nachhaltige, sichere und faire Textilindustrie.

Bay Clean-up-Rennen in Manila
Zwei Kinder, die beim Bay Clean-up-Rennen in Manila, Philippinen dabei sind. Das Rennen soll ein Bewusstsein für Wasserverschmutzung durch die Textilindustrie schaffen und ruft Sportbegeisterte dazu auf, sich bei Sportmarken für eine saubere Produktion einzusetzen.

Werde aktiv - das kannst du tun:

1.      Frage die Marken direkt #whomademyclothes

Teile ein Foto von deinem Kleidungsetikett auf Instagram mit dem Hashtag #whomademyclothes und wenn die Marke antworten soll, tagge @fash_rev.

 2. Statt neu einzukaufen, teste diese Woche eine "Haul-ternative" und MAKE SMTHNG

Alles was neu hergestellt wird, verbraucht Ressourcen und kann die Umwelt belasten. Teste also diese Woche mal eine von vielen Möglichkeiten, Mode selbst in die Hand zu nehmen:

3. Besuch eines der Fashion Revolution Events in deiner Nähe und vernetzet dich mit deiner lokale Community.

Während der Fashion Revolution week gibt es Vorträge, Diskussionen, Kleidertauschpartys, Reparaturveranstaltungen, Filmvorführungen und vieles mehr. Nutze diese großartige Möglichkeit, dich mit gleichgesinnten, aktiven Menschen in deiner Gegend zu verbinden.

 4. Sei neugierig 

Informiere dich durch den Film "True Cost" oder schau dir einfach YouTube Videos zu "Fast Fashion" an. Lies unseren Bericht „Konsumkollaps durch Fast Fashion“ und das Factsheet Mikrofasern – Gefahr aus dem Kleiderschrank, oder wenn du selber in der Modebranche bist, folge den Schritten aus unserem Report „Die Modebranche am Scheideweg

5. Sende eine Postkarte an Marken & Politiker

Schreibe an eine Modemarkxistenz und fordere sie zu mehr Transparenz und existenzsichernden Löhnen auf, oder schreibe deinen lokalen Politikern und sage ihnen,  dass du bessere Bedingungen für die Arbeiter und die Verringerung der Umweltauswirkungen in der Modebranche überall auf der Welt willst!   

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Detox

Viola Wohlgemuth

Viola Wohlgemuth (*1985) ist approbierte Pharmazeutin und arbeitet seit 2018 bei Greenpeace Deutschland als Chemie-Kampaign


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