Eisberg in antarktischen Gewässern
Greenpeace Gastautor
18.10.2017

Weiß-blau ist die Hoffnung

Ein Schutzgebiet, fünf Mal so groß wie Deutschland - vielleicht bald in der Antarktis

Wir Menschen lieben das Meer. Wir verbinden es mit Urlaub, Natur, Wildnis. Unsere Ozeane haben eine gigantische Ausdehnung. So gigantisch, dass wir sie lange für unzerstörbar hielten. Doch nach und nach belehren uns Beobachtungen und Studien eines Schlechteren: Rückten wir den Meeren erst mit Überfischung zu Leibe, folgten Ölbohrungen, Tiefseeabbau von Rohstoffen, Einleitung von Schadstoffen und zuletzt eine wachsende Plastikflut sowie die drohende Versauerung durch den Klimawandel.

Adéliepinguine in der Antarktis
Adéliepinguine in der Antarktis reagieren sensibel auf veränderte Wetterbedingungen. nicht zum ersten Mal sind deshalb tausende Pinguinküken gestorben.

Die beiden Polbereiche der Erdkugel haben eine Sonderrolle: Einerseits waren sie bislang wegen ihrer Eisschichten weniger stark von manchen Zivilisationsfolgen wie Fischfang oder Ölbohrungen bedroht. Andererseits reagieren sie wegen ihrer klimatischen Bedingungen besonders empfindsam auf Umwelteinflüsse. Ein trauriges Beispiel ging gerade um die Welt: in der Antarktis waren Tausende Pinguinküken gestorben. Aus einer ganzen Kolonie überlebten gerade zwei Küken. Als Grund vermuten Wissenschaftler sehr ungewöhnliche Wetterbedingungen: Regen durchnässte ihre Gefieder, und veränderte Eisbedingungen erschwerten das Jagen.

 

Wie schützen wir unsere Ozeane für künftige Generationen?

Schutzgebiete kreieren wichtige Rückzugsräume für die Lebewesen im Meer und machen die Ozeane widerstandsfähig gegen die verschiedenen Belastungen. Fische und andere Meerestiere bekommen Bereiche, in denen die Populationen sich erholen können, was sich auch positiv auf andere Regionen auswirkt. Daneben kann ein Ozean mit viel gesunder Biomasse durch die Photosynthese der Algen mehr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen und dadurch den Klimawandel verlangsamen. Indirekt helfen Schutzgebiete außerdem, ein Bewusstsein für die Verletzlichkeit der Meere zu bilden.

Seehund in der Antarktis
Die Fauna in der Antarktis ist ebenso vielfältig wie bedroht.

Die gute Nachricht: Es bewegt sich etwas. Vor einigen Monaten hat die sogenannte CCAMLR (Eine internationale Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis) ein riesiges Gebiet im antarktischen Rossmeer geschützt. Nun gibt es Pläne für ein weiteres Schutzgebiet, das danebenliegende Wedellmeer: auf einer Fläche, die fünf Mal so groß ist wie Deutschland. Solche Pläne machen Hoffnung. Und sind nötiger denn je. Denn wo Eisdecken schmelzen, steht die Wirtschaft schon in den Startlöchern, um das Meer auszubeuten. Der Antarktis rücken beispielsweise verstärkt Krillfischer zu Leibe. Die kleinen Krebstierchen werden zu Fischmehl für Aquakulturen gehandelt, aber eine Menge Geld steckt auch im Handel mit Omega-3-Fettsäure-Produkten wie Krillöl. Die Krillfischerei ist eine bedenkliche Entwicklung, da Krill am Anfang der Nahrungskette für viele größere Tierarten steht. Das Wedellmeer zu schützen, ist ein wichtiger und dringender Schritt gegen die drohende Ausbeutung der Antarktis. Wir werden daher die kommenden Monate dafür arbeiten, dass das Schutzgebiet im Wedellmeer Wirklichkeit wird.

 

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Gastautorin: Agneta Melzer ist studierte Kulturwissenschaftlerin und arbeitet im Bereich Medien und Kommunikation.

 

Topic
Meere

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Gastautoren aus der Greenpeace-Welt schreiben über die Kampagnen, für die sie sich in ihren Ländern einsetzen.


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