Greenpeace Gastautor
14.03.2018

Da blickt doch kein Schwein mehr durch!

Das denken die Gewinner des Jovoto-Kreativwettbewerbs über Massentierhaltung. Ein Gastbeitrag von Ines Timm.

Wolfgang Mailbeck regt es auf: Die Verpackungen täuschen eine bäuerliche Idylle vor; doch in ihnen steckt Fleisch, für das die Tiere elendig leiden mussten. Als Art Director ist sein Alltag weit entfernt von dem, wie man sich Greenpeace-Aktivisten vorstellt. Und trotzdem ist er aktiv geworden, um etwas für den Tierschutz zu bewegen. Er ist der Gewinner unseres Kreativ-Wettbewerbs mit Jovoto.

Wolfgang Mailbeck
Art Director Wolfgang Mailbeck hat den Jovoto-Wettbewerb gewonnen.

Auf der Plattform Jovoto hatte Greenpeace dazu aufgerufen, starke Bilder gegen Billigfleisch zu kreieren und einzureichen. Es haben sich international 331 Kreative beteiligt. Die Resonanz hat uns wahnsinnig gefreut! Unter den Ideen waren mutige, schockierende aber auch nachdenkliche Motive. Und unsere Jury hat sich verdammt schwer damit getan sich überhaupt zu entscheiden. Vielen Dank an alle, die an der Ausschreibung teilgenommen haben!

Ziel war es, die Discounter Lidl und Aldi in die Pflicht zu nehmen. Denn ihre Einkaufspolitik hat massive Auswirkungen auf die Tierhaltung in Deutschland. Noch bevor unser Jovoto-Wettbewerb abgeschlossen war, haben sich beide bewegt: Lidl hat angekündigt eine Transparenzinitiative zu starten und erfüllt damit eine unserer Kernforderungen!

Und das sind die Gewinner-Motive:

Platz 1

„Da blickt kein Schwein mehr durch“ - Mit diesem Motiv hat Wolfgang Mailbeck den Kreativ-Wettbewerb gewonnen.

Wolfgang Mailbeck wünscht sich einen „menschlichen Umgang mit Tieren“. Die Hersteller und der Handel sind bisher nicht transparent und niemand weiß woher das Fleisch eigentlich kommt. Sprichwörtlich blickt kein Schwein mehr durch. Die Doppeldeutigkeit soll aber auch zum Nachdenken über Massentierhaltung anregen. Die klaustrophobische Enge der Folienverpackung spielt an auf die miserablen Bedingungen der Massentierhaltung. „Meine Idee ist ein Aufruf zu mehr Transparenz und gleichzeitig zu mehr artgerechter Tierhaltung.“

2 Mal Platz 2

Das Tier wird reduziert auf eine konsumierbare Ware. Mit diesem Motiv gewinnt Peter Gärtl Platz 2.

Peter Gärtl findet, der Strichcode ist Symbol von Konsum, Normierung und versteckten Informationen und steht für „Billigfleisch!“

Das Motiv verdeutlicht, dass Tiere von Lebewesen zu einer Ware degradiert werden. Sie sind aber eben so viel mehr als Strichcodes und Steaks, dieses Bewusstsein muss zurück in die Köpfe der Menschen!

 

Ein Schwein hinter einem Barcode
Ein Barcode wie Gitterstäbe erinnert an das Leben der Tiere in Gefangenschaft.

Aybars Senyildiz aus der Türkei und Elfriede Lechner-Momma aus Deutschland, entwickelten das Motiv über Ländergrenzen hinweg. Die Fleischindustrie baut Mauern, damit die VerbraucherInnen nicht sehen können, wie die Realität der Fleischproduktion aussieht. Aber hinter jedem Barcode versteckt sich eine Katastrophe für Tier, Mensch die Umwelt.

Platz 3

„Behind the Scene“ von Gustavo Moncada zeigt die Auswirkungen der Massentierhaltung, die Kundinnen und Kunden im Supermarkt nicht sehen.

Gustavo Moncada aus Venezuela glaubt, dass die meisten Menschen sich der verborgenen Realität hinter dem Fleischkonsum nicht bewusst sind. Sein Motiv "Behind the Scene" enthüllt die wahre Geschichte von miserabler Tierhaltung, Wasserverschwendung bis hin zum schädlichen Chemikalieneinsatz.

 

Platz 4

"Meat Forest“ von Alexandru Voinescu erinnert an die Abholzung von Wäldern für Futtermittel.
"Meat Forest“ von Alexandru Voinescu erinnert an die Abholzung von Wäldern für Futtermittel.

Alexandrus Motiv „Meat Forest“ ist schrecklich und aufrüttelnd zugleich. Denn für Futtermittel werden in Südamerika riesige Flächen Regenwald abgeholzt. Er hofft, dass in einer besseren Welt, vielleicht irgendwann in der Zukunft, Fleisch künstlich erzeugt werden kann. Aber bis es so weit ist, sollten die Menschen zumindest die Wahrheit über die Fleischproduktion kennen. Wer billiges Fleisch kauft, lässt Tiere und die Umwelt leiden.

Mach auch etwas gegen Billigfleisch!

Auch du kannst dich unserer Bewegung anschließen. Unter dem Motto „Less is more“ sammeln wir Unterschriften für eine bessere Tierhaltung und weniger Fleisch auf unseren Tellern. Mach mit! Und wenn du noch mehr tun möchtest, diskutiere doch mit FreundInnen und Familie persönlich oder auf Social Media über die Auswirkungen der Massentierhaltung für Fleisch und Milch.

 

Über die Autorin:

Ines Timm studiert an der HAW Hamburg Digitale Kommunikation im Master und unterstützt Greenpeace im digital Campaigning.

 

 

 

 

Format
Analyse

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Gastautoren aus der Greenpeace-Welt schreiben über die Kampagnen, für die sie sich in ihren Ländern einsetzen.


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