Wo kommt unsere Kleidung her – und wie viel brauchen wir eigentlich?

23. April 2014
“Who made your clothes?” Unter diesem Motto ruft der Fashion Revolution Day am 24. April dazu auf, die Herkunft der eigenen Kleidung zu hinterfragen. Jeder ist aufgefordert, sich an den Einsturz der Rana Plaza Fabrik in Bangladesch zu erinnern und sich für ein Umdenken in der Textilproduktion einzusetzen. Greenpeace und die Detox-Kampagne unterstützen den Fashion Revolution Day mit einem weltweiten Aufruf zu mehr Transparenz in der Textilproduktion.

Auch unser Kleiderverbrauch ist ein Problem. Wenn wir weiter im bisherigen Tempo shoppen, wird es schwer, Mensch und Umwelt zu entlasten. Denn auch die sauberste Produktion bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt.

Simone und Lydia von Greenpeace fragten sich deshalb: Wie viel Kleidung brauche ich wirklich? Worauf kann ich eigentlich verzichten und worauf gar nicht? Sie suchten 50 Kleidungsstücke (inklusive Unterschwäche, Socken, Sportsachen und Schuhen) aus, die sie sechs Wochen lang anziehen durften – der Rest wanderte in den Keller. Was hat die Kleiderkur gebracht?

Simone: Die Fastenzeit ist seit Ostern vorbei, das heißt: ich kann wieder alles aus meinem Schrank anziehen. Ich fand es gar nicht so einfach, mich auf 50 Kleidungsstücke zu reduzieren. Wie ging es dir damit, Lydia?

Lydia: Ich habe mir vorgestellt, dass ich verreise und dafür maximal 50 Kleidungsstücke in den Rucksack passen. Das hat geholfen und es mir leichter gemacht. Und ich habe nur Lieblingsteile ausgesucht.

Simone: Zweimal habe ich kurz ‘gesündigt’, allerdings nicht wirklich mit Absicht. Einmal habe ich aus Versehen ein paar Socken gekauft, als ich etwas umtauschen musste. Und einmal habe ich ein T-Shirt von meiner Tochter angezogen, weil meine alle in der Wäsche waren. Hast du die Kur durchgehalten?

Lydia: Fast. Ich habe auch einmal etwas anderes angezogen, weil alles andere in der Wäsche war und ich zu spät ans Waschen gedacht habe. Außerdem war ich auf einer Feier und hatte dafür vorab keine Klamotten ausgewählt.

Simone: Was ich gut fand an der Kur: Ich habe mich tatsächlich sechs Wochen lang viel weniger mit Klamotten beschäftigt als sonst. Dadurch hatte ich mehr Zeit über andere Dinge nachzudenken. Ich konnte mir ja auch nichts kaufen, das hat noch mal Zeit gespart. Manchmal war ich aber auch genervt und dachte, och nee, schon wieder in die olle Hose, die trage ich ja nur noch.

Lydia: Die Auswahl morgens war schon einfacher. Aber irgendwie habe ich mich mehr mit Klamotten beschäftigt als vorher: musste eher ans Waschen denken und ans Kombinieren, passt ja nicht alles gleich gut zusammen. Und wenn es dann draußen mal wärmer war, war mein Mantel auch zu warm und ich habe gemerkt, dass ich eine Frühjahrsjacke brauche. Durch die sechs Wochen auch nichts kaufen, habe ich in Ruhe überlegen können, was für eine Jacke ich brauche und habe nicht überstürzt irgendetwas gekauft. Ich mag meine Lieblingsklamotten immer noch und werde sie auch nach den intensiven Wochen noch gerne tragen.

Simone: Was ich auf jeden Fall gemerkt habe: Vieles von dem, was ich in meinem Kleiderschrank habe, brauchte ich gar nicht. Die Sachen haben mir auch nicht gefehlt. Andere dagegen schon, zum Beispiel eine Hose zum Gärtnern. Die hatte ich vergessen rauszulegen. Ich habe das Gefühl jetzt einen besseren Überblick zu haben, was ich an Kleidung wirklich brauche und was eigentlich unnötig ist. Insofern ist das Experiment gelungen, würde ich sagen.

Lydia: So geht es mir auch, ich weiß jetzt genauer, was ich brauche und was überflüssig ist. Viele der Klamotten, die ich beiseite gelegt habe, werde ich nicht wieder in den Schrank räumen, sondern bei einer Tauschparty verschenken.

„Gift im Bienengepäck“: Warum die Bienen unsere Hilfe brauchen und wir ihre

17. April 2014

Bienen werden als die „Königinnen der Biodiversität“ angesehen. Die Bienenpopulation geht jedoch stark zurück. Das ist auf ein defektes industrielles Landwirtschaftssystem zurückzuführen, in dem intensiv Chemikalien verwendet und in großen Monokulturen angebaut wird – ein System, das von wenigen agrochemischen Unternehmen wie Bayer, Syngenta und BASF vorangetrieben wird.

In einem nächsten Schritt unserer Arbeit zum Schutz der Bienen und Landwirtschaft betonen wir weiterhin das Scheitern des derzeitigen Landwirtschaftsmodells und dessen Auswirkungen auf die Bienen.

Aktuell hat Greenpeace die wissenschaftliche Studie „Gift im Bienengepäck“ veröffentlicht. In der Studie wurde festgestellt, dass mehr als zwei Drittel des Pollens, der von den Arbeiterinnen auf den Feldern gesammelt und zurück zum Bienenstock gebracht wird, mit bis zu 17 verschiedenen giftigen Chemikalien kontaminiert war. Insgesamt konnten 53 verschiedene Chemikalien nachgewiesen werden. Sie repräsentieren ein breites Spektrum an Pestiziden. Diese Untersuchung war eine der größten, die bis heute in Europa durchgeführt wurden, mit mehr als 100 Stichproben, die in 12 Europäischen Ländern während einer einzigen Sammelsaison entnommen wurden.

Die große Palette an gefundenen giftigen Chemikalien deutet darauf hin, dass die Bienen bei ihrer Nahrungssuche oder im Bienenstock einer komplexen Mischung aus Insektiziden, Akariziden (Milbenbekämpfungsmittel) und Fungiziden ausgesetzt sind. Der vergiftete Pollen ist eine direkte Bedrohung für die gesamte Bienenpopulation, da der Pollen den Kolonien, einschließlich der Larven, Arbeiterinnen und Drohnen als Eiweiß- und Energiequelle dient.

Die Bienen und Bienenlarven sind so einer Vielzahl an giftigen Pestiziden ausgesetzt, die für sie besonders gefährlich sind. Nach jüngsten Untersuchungen kann das Zusammenwirken verschiedener chemischer Verbindungen zu einem Cocktail-Effekt führen, wodurch die Mischung für Bienen giftiger sein kann als die einzelnen Chemikalien.

Zusätzlich zeigen mehrere Studien, dass die Pestizide das Immunsystem von Insekten angreifen und sie so anfälliger für Krankheiten, Krankheitserreger und Parasiten wie die Varroa-Milbe machen. Gemeinsam tragen diese Krankheiten und Parasiten stark zur Gefährdung der Bienen bei.

Das Bienensterben muss aufhören

Obwohl Bienen und andere Bestäuber nur wie ein kleines Glied in der Nahrungsmittelkette erscheinen mögen, spielen sie tatsächlich eine massive und essentielle Rolle für unsere Ernährungssicherheit. Ein Drittel unserer Nahrungsmittel und der Großteil der Blütenpflanzen auf der Welt werden von Bienen und anderen bestäubenden Insekten bestäubt. Der Wert der globalen Bestäubung wird auf rund 265 Milliarden Euro jährlich geschätzt. (Greenpeace Report: Bye bye Biene?)

Eine Veränderung ist jetzt dringend notwendig, um die Bienen und unsere Landwirtschaft zu schützen. Mit Ihrer Hilfe möchte Greenpeace EntscheidungsträgerInnen in der Politik überzeugen, die bestehenden Teilverbote der vier schlimmsten bienentödlichen Pestizide auszuweiten und dauerhaft zu machen. Außerdem ist ein Verbot aller bienenschädlichen Pestizide dringend notwendig. Die biologische Landwirtschaft ist das bessere Modell – besonders für die Bienen und den Planeten als Ganzes.

In der biologischen Landwirtschaft werden Nahrungsmittel ohne die Verwendung bienenschädlicher Chemikalien produziert, basierend auf ökologischen und nachhaltigen Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Die Zunahme der Artenvielfalt, das Anlocken von Nützlingen, eine angepasste Fruchtfolge, eine diversifizierte Landwirtschaft und das Umsetzen von lokal vorhandenen low-input Technologien (mit wenig Aufwand) sind alles Anwendungen in der biologischen Landwirtschaft, die helfen, unsere Böden, Gewässer und das Klima zu schützen. Nur biologische Landwirtschaft ermöglicht es, die Bienen zu schützen und gesunde Nahrungsmittel zu produzieren ohne die Umwelt mit chemischen Stoffen zu kontaminieren.

Werdet mit uns gemeinsam zum Schutz der Bienen und der Förderung der biologischen Landwirtschaft aktiv und unterstützt unsere Protestmail an Landwirtschaftsminister Schmidt .

Autorin: Christiane Huxdorff, Kampaignerin Nachhaltige Landwirtschaft

Greenpeace-Aktionstage im Ozeaneum gegen riskantes Geschäft mit arktischem Öl

17. April 2014

Start frei für 2014! Ab dem 22. April geht es los mit unseren Aktionstagen im Ozeaneum in Stralsund. Schwerpunkt ist das immer noch sehr aktuelle Thema “Schutz der Arktis”, denn Gazprom wird die europäischen Märkte bald mit Öl aus dem arktischen Nordpolarmeer beliefern. Deswegen informieren unsere ehrenamtlichen Kollegen über die daraus resultierenden Gefahren für das einzigartige Naturwunder Arktis vom 22. bis einschließlich 24. April von 10-18 Uhr im Ozeaneum. Neben Filmen, Ausstellungstafeln und Mitmachaktionen besteht die Möglichkeit, persönlich mit unseren Kollegen in Dialog zu treten.

© Dörthe Hagenguth/Greenpeace - Greenteam-Kinder für den Schutz der Arktis

© Dörthe Hagenguth/Greenpeace - Greenteam vor dem Ozeaneum in Stralsund

Wir stehen gerne für Diskussionen/Gespräche Rede und Antwort und freuen uns, wenn wir neue Arktisschützer gewinnen können. Mehr als fünf Millionen Menschen haben sich bisher für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol und ein Verbot von Ölbohrungen im Arktischen Meer eingesetzt und das mit Erfolg: Das Europäische Parlament hat im März eine Resolution für den Schutz der Arktis verabschiedet.

Kommen Sie gerne vorbei und informieren Sie sich. Wir freuen uns auf Sie.

Und wenn Sie jetzt nicht vorbeikommen können: Vom 24. Mai bis einschließlich 26. Mai sind wir wieder vor Ort und am 28. Mai findet ein Extra-Vortrag zum Thema “Arktis – Schwarze Zeiten für ein weißes Paradies” statt, jeweils 12 und 15 Uhr im Kino.