Greencast: Walfang Island – Interview mit Thilo Maack

12. September 2014

Walfang wird im Allgemeinen mit Japan verbunden. Aber auch bei uns in Europa werden Wale gefangen. Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace, erklärt im Interview mit Martin Hausding, was es mit dem Walfang in Island auf sich hat. Was mit dem Walfleisch passiert und wie begründet Island den Verstoß gegen das Walfangverbot?

Aber auch beim Fischkauf im heimischen Supermarkt kommen wir mit Produkten in Berührung, die mit dem isländischen Walfang in Verbindung stehen: In Filialen von beispielsweise Edeka und Kaiser’s Tengelmann wird Fisch von Deutschlands größtem Fischimporteur “Deutsche See” verkauft. Was viele Kunden nicht wissen: Deutsche See bezieht seinen Fisch von einem isländischen Unternehmen, das mit dem isländischen Walfang unter einer Decke steckt. Erfahrt mehr über die Verstrickungen der deutschen Fischindustrie mit dem isländischen Walfang im Podcast!

>>Zum Greencast (81): Walfang Island

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Der Greenpeace Greencast ist der Audio-Podcast von Greenpeace Berlin. Martin Hausding berichtet wöchentlich über aktuelle Themen und Aktionen und spricht mit vielen interessanten Gästen: Vom Carrotmob um die Ecke über grüne Mode bis zur Endlagerung von Atommüll.

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Neuer Rost aus alten Schläuchen

09. September 2014

Die Steinitzer Alpen haben flache Gipfel aber hübsche Wälder. Das kleine Wandergebiet in der Lausitz ist bei Ausflüglern beliebt. Wie lange das noch so sein wird, ist dagegen fraglich, denn etwas stimmt nicht in den Steinitzer Alpen.

Verockerung der Spree um Spremberg in der Lausitz

Mitten im Wald liegt ein maroder Schlauch und spritzt Wasser in alle Richtungen. Dort wo es sich zu einem kleinen Bächlein vereint, verfärbt sich der Boden darunter ockerbraun. Gerade so, als ob der Wald zu rosten beginnt.

Es sprudelt ... (September 2014, © Greenpeace)

Wir kennen diese Bilder bislang nur von Spreezuflüssen wie der Wudritz. “Braune Spree” heißt das Phänomen, Verockerung der Prozess. Im vergangenen Sommer hat Greenpeace an der Wudritz und anderen Fließen Wasserproben genommen und den Eisengehalt der braunen Brühe gemessen. Damals hieß es stets: Die braune Spree, das haben uns die alten, längst geschlossenen DDR-Tagebaue eingebrockt. Diesmal sind wir in die Steinitzer Alpen gefahren, in unmittelbarer Nähe baggert Vattenfall im Tagebau Welzow Süd I seit Jahren nach Braunkohle.

Nur wenige hundert Meter von Steinitz entfernt, findet man ein Rohr, das Wasser in einen Fließ speit. Oberhalb des Rohres ist das Wasser klar, unterhalb dagegen rostbraun. Blätter, Bäume, Sträucher – alles wird von einer ockerroten Schicht überzogen, Sedimente aus Rostschlamm. Offensichtlicher kann es kaum werden: Die Verockerung des Gewässers hängt mit Einleitungen wie dieser zusammen. Und dieses Rohr ist eine offizielle Einleitstelle von Vattenfalls aktivem Tagebau Welzow Süd I.

... und fließt (September 2014, © Greenpeace)

Bislang hat Vattenfall einen Zusammenhang zwischen Verockerung und den aktiven Tagebauen stets bestritten. Aber nicht nur die Bilder vor Ort sind eindeutig, die Messungen des Eisengehalts belegen den Verdacht: Vattenfalls Tagebaue verschlechtern schon heute die Wasserqualität in Brandenburg.

Während sich das Land Brandenburg und Vattenfall weiter die Verantwortung für die Verockerung zuschieben und Besserungen versprechen, fließt Tag für Tag mehr eisenhaltiges Wasser jenseits aller Genehmigungen in Richtung Spree. Das beschädigt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Glaubwürdigkeit Vattenfalls.

Wie können neue Braunkohle-Tagebaue in Brandenburg genehmigt werden, wenn die Betreiber nicht mal in der Lage sind, die bereits aktiven ordnungsgemäß zu führen? Wie kann ein Bundesland zusehen, wie seine Umwelt zerstört wird – für einen Energieträger, der das Klima zerstört? Wie kann die Politik einem Konzern vertrauen, der nicht willens oder nicht in der Lage ist, seine gesetzlichen Vorgaben einzuhalten?

Vor Ort im September 2014, © Greenpeace

Fragen über Fragen – Greenpeace jedenfalls hat gemeinsam mit dem BUND Strafanzeige gegen Vattenfall erstattet, um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Beteiligt euch an unserer Protestaktion: Fordert mit uns gemeinsam den Regierenden Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, auf, gegen die Verschmutzung des Wassers vorzugehen. Nur schnelles Handeln kann Vattenfalls Kohlepläne stoppen und die Spree retten >>> www.greenpeace.de/braunkohlestoppen.

Wildnis muss wild bleiben

07. September 2014

Der Druck menschlicher Einflüsse auf die Natur wächst stetig. Besonders die Waldwildnis, in der sich die natürliche Entwicklung frei entfalten kann, wird immer öfter durch industrielle Ausbeutung zerstört. Doch die wilden Wälder sind für den Artenreichtum und vor allem für das Klima dieser Erde unverzichtbar wertvoll.

Anfang September haben wir mit der Universität von Maryland und dem World Ressource Institut eine neue Weltkarte zu den Resten der bewaldeten Wildnis veröffentlicht. Die Realität, die diese Kartierungsdaten wiederspiegelt, ist erschreckend und besorgniserregend: In 13 Jahren (2000-2013) wurden über  100 Millionen Hektar (8,1%) der weltweit verbliebenen intakten Waldwildnisflächen (Intact Forest Landscapes  – IFLs) zerstört.  Das hat oft menschengemachte Ursachen: Neue Straßen und Forstwege zerschneiden bzw. fragmentieren die intakten Waldlandschaften und schneiden sie somit von bestehender Wildnis ab. Hier erfahrt ihr wann eine Fläche als Intact Forest Landscape definiert wird.

Die von uns neu veröffentlichen Kartierungen beweisen, unter welchem Druck die letzten wilden Wälder dieser Erde stehen. Wir Menschen sollten der Natur ihr Recht einräumen und nicht alle natürlichen Flächen beherrschen, ausnutzen und kontrollieren zu wollen. Deswegen kämpfen wir bei Greenpeace weiter für das Recht der Wildnis, wild und frei sein zu dürfen.

Keine Kompromisse!

2004 in Tasmanien: Fünfmonatiges Baumcamp zum Schutz der wilden Wälder

2004 in Tasmanien: Fünfmonatiges Baumcamp zum Schutz der wilden Wälder

Es ist schwer genug, sich für den Schutz von natürlichem Lebensraum oder bedrohte Arten einzusetzen, wenn der Mensch bereits seine Finger im Spiel hat. Als ich mich als Aktivist für den Erhalt der Urwaldriesen Tasmaniens eingesetzt habe, klebte auf einem unser Fahrzeuge ein Aufkleber: „Wilderness – No Compromise“ (dt.: „Wildnis – keine Kompromisse“). Meine Mitstreiter waren Menschen, die sich als Advokaten von Wildnis verstanden. Es ging uns um den Respekt für die Natur. Auch heute denke ich, dass wir uns kompromisslos für den Erhalt unserer letzten Waldwildnis einsetzen müssen, da diese Wälder in ihrer freien und wilden Existenz wichtig sind. Für den Artenreichtum auf unserem Planeten, für das Klima, und damit nicht zuletzt auch für uns Menschen.

Ich sehe eine Menge Akteure in der Verantwortung: Die Regierungen müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um die noch bestehende Waldwildnis unter Schutz zu stellen! Es müssen noch mehr Schutzgebiete eingerichtet werden, um besser  vor illegalem Holzeinschlag, Expansion der Forstwirtschaft und anderweitigem Straßenbau geschützt zu werden.  Zudem müssen die Rechte und Unterstützung für die Wald-bewohnende Bevölkerungen gefördert werden. Doch jeder von uns gefordert.  Wir sollten den Rohstoff Holz wieder mehr wertschätzen, fragen woher Holzwaren kommen und wie die Wälder bewirtschaftet werden, wir sollten Qualitätsmöbel aufarbeiten und unseren Papier- und Holzkonsum senken.