„Gift im Bienengepäck“: Warum die Bienen unsere Hilfe brauchen und wir ihre

17. April 2014

Bienen werden als die „Königinnen der Biodiversität“ angesehen. Die Bienenpopulation geht jedoch stark zurück. Das ist auf ein defektes industrielles Landwirtschaftssystem zurückzuführen, in dem intensiv Chemikalien verwendet und in großen Monokulturen angebaut wird – ein System, das von wenigen agrochemischen Unternehmen wie Bayer, Syngenta und BASF vorangetrieben wird.

In einem nächsten Schritt unserer Arbeit zum Schutz der Bienen und Landwirtschaft betonen wir weiterhin das Scheitern des derzeitigen Landwirtschaftsmodells und dessen Auswirkungen auf die Bienen.

Aktuell hat Greenpeace die wissenschaftliche Studie „Gift im Bienengepäck“ veröffentlicht. In der Studie wurde festgestellt, dass mehr als zwei Drittel des Pollens, der von den Arbeiterinnen auf den Feldern gesammelt und zurück zum Bienenstock gebracht wird, mit bis zu 17 verschiedenen giftigen Chemikalien kontaminiert war. Insgesamt konnten 53 verschiedene Chemikalien nachgewiesen werden. Sie repräsentieren ein breites Spektrum an Pestiziden. Diese Untersuchung war eine der größten, die bis heute in Europa durchgeführt wurden, mit mehr als 100 Stichproben, die in 12 Europäischen Ländern während einer einzigen Sammelsaison entnommen wurden.

Die große Palette an gefundenen giftigen Chemikalien deutet darauf hin, dass die Bienen bei ihrer Nahrungssuche oder im Bienenstock einer komplexen Mischung aus Insektiziden, Akariziden (Milbenbekämpfungsmittel) und Fungiziden ausgesetzt sind. Der vergiftete Pollen ist eine direkte Bedrohung für die gesamte Bienenpopulation, da der Pollen den Kolonien, einschließlich der Larven, Arbeiterinnen und Drohnen als Eiweiß- und Energiequelle dient.

Die Bienen und Bienenlarven sind so einer Vielzahl an giftigen Pestiziden ausgesetzt, die für sie besonders gefährlich sind. Nach jüngsten Untersuchungen kann das Zusammenwirken verschiedener chemischer Verbindungen zu einem Cocktail-Effekt führen, wodurch die Mischung für Bienen giftiger sein kann als die einzelnen Chemikalien.

Zusätzlich zeigen mehrere Studien, dass die Pestizide das Immunsystem von Insekten angreifen und sie so anfälliger für Krankheiten, Krankheitserreger und Parasiten wie die Varroa-Milbe machen. Gemeinsam tragen diese Krankheiten und Parasiten stark zur Gefährdung der Bienen bei.

Das Bienensterben muss aufhören

Obwohl Bienen und andere Bestäuber nur wie ein kleines Glied in der Nahrungsmittelkette erscheinen mögen, spielen sie tatsächlich eine massive und essentielle Rolle für unsere Ernährungssicherheit. Ein Drittel unserer Nahrungsmittel und der Großteil der Blütenpflanzen auf der Welt werden von Bienen und anderen bestäubenden Insekten bestäubt. Der Wert der globalen Bestäubung wird auf rund 265 Milliarden Euro jährlich geschätzt. (Greenpeace Report: Bye bye Biene?)

Eine Veränderung ist jetzt dringend notwendig, um die Bienen und unsere Landwirtschaft zu schützen. Mit Ihrer Hilfe möchte Greenpeace EntscheidungsträgerInnen in der Politik überzeugen, die bestehenden Teilverbote der vier schlimmsten bienentödlichen Pestizide auszuweiten und dauerhaft zu machen. Außerdem ist ein Verbot aller bienenschädlichen Pestizide dringend notwendig. Die biologische Landwirtschaft ist das bessere Modell – besonders für die Bienen und den Planeten als Ganzes.

In der biologischen Landwirtschaft werden Nahrungsmittel ohne die Verwendung bienenschädlicher Chemikalien produziert, basierend auf ökologischen und nachhaltigen Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Die Zunahme der Artenvielfalt, das Anlocken von Nützlingen, eine angepasste Fruchtfolge, eine diversifizierte Landwirtschaft und das Umsetzen von lokal vorhandenen low-input Technologien (mit wenig Aufwand) sind alles Anwendungen in der biologischen Landwirtschaft, die helfen, unsere Böden, Gewässer und das Klima zu schützen. Nur biologische Landwirtschaft ermöglicht es, die Bienen zu schützen und gesunde Nahrungsmittel zu produzieren ohne die Umwelt mit chemischen Stoffen zu kontaminieren.

Werdet mit uns gemeinsam zum Schutz der Bienen und der Förderung der biologischen Landwirtschaft aktiv und unterstützt unsere Protestmail an Landwirtschaftsminister Schmidt .

Autorin: Christiane Huxdorff, Kampaignerin Nachhaltige Landwirtschaft

Greenpeace-Aktionstage im Ozeaneum gegen riskantes Geschäft mit arktischem Öl

17. April 2014

Start frei für 2014! Ab dem 22. April geht es los mit unseren Aktionstagen im Ozeaneum in Stralsund. Schwerpunkt ist das immer noch sehr aktuelle Thema “Schutz der Arktis”, denn Gazprom wird die europäischen Märkte bald mit Öl aus dem arktischen Nordpolarmeer beliefern. Deswegen informieren unsere ehrenamtlichen Kollegen über die daraus resultierenden Gefahren für das einzigartige Naturwunder Arktis vom 22. bis einschließlich 24. April von 10-18 Uhr im Ozeaneum. Neben Filmen, Ausstellungstafeln und Mitmachaktionen besteht die Möglichkeit, persönlich mit unseren Kollegen in Dialog zu treten.

Gletschereis in der Arktis

Wir stehen gerne für Diskussionen/Gespräche Rede und Antwort und freuen uns, wenn wir neue Arktisschützer gewinnen können. Mehr als fünf Millionen Menschen haben sich bisher für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol und ein Verbot von Ölbohrungen im Arktischen Meer eingesetzt und das mit Erfolg: Das Europäische Parlament hat im März eine Resolution für den Schutz der Arktis verabschiedet.

Kommen Sie gerne vorbei und informieren Sie sich. Wir freuen uns auf Sie.

Und wenn Sie jetzt nicht vorbeikommen können: Vom 24. Mai bis einschließlich 26. Mai sind wir wieder vor Ort und am 28. Mai findet ein Extra-Vortrag zum Thema “Arktis – Schwarze Zeiten für ein weißes Paradies” statt, jeweils 12 und 15 Uhr im Kino.

GreenBites #45: Plastiktüten – praktisch, aber nicht gut

16. April 2014


Es gibt sie in vielfältigen Ausführungen: dünne Beutel für Obst und Gemüse oder dicker als Tragetasche zum Beispiel an der Supermarktkasse. Letztere machen in Deutschland ein Drittel des Plastiktütenverbrauchs aus. In Zahlen ausgedrückt: Durchschnittlich benutzen wir 65 Tragetaschen pro Kopf und Jahr, das ergibt 5,3 Milliarden Tüten allein in Deutschland. Für deren Produktion werden 300-400 Millionen Liter Erdöl verbraucht und 478.000 Tonnen CO2 freigesetzt. Nun will die EU den Verbrauch der dünnen Tüten reduzieren. Mehr dazu im aktuellen Podcast mit unserem Konsumexperten Jürgen Knirsch.

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