20.12.2016

So vermeidest du Plastik in Kosmetik

Sie sollen den Glanz verbessern, die Streichfähigkeit anpassen, Oberflächen abschmirgeln, eine sanfte Filmschicht bilden oder den Schutz vor Sonnenstrahlen erhöhen: Kunststoffe in Kosmetik- und Reinigungsprodukten. Doch wer schmiert sich schon gerne Plastik ins Gesicht?

Das Problem an Plastik in Kosmetik

Kunststoffe in Duschgels, Peelings oder Bodylotions landen direkt über Dusche oder Waschbecken ins Abwasser – und so in unsere Flüsse und Meere, ohne vollständig herausgefiltert zu werden. Auch Produkte wie Make-Up oder Gesichtscreme sind ein Problem, denn nicht jeder entfernt sie mit einem Wattepad,  sondern wäscht sie vielleicht eher ab. Die Plastikreste landen dann…. genau: im Abfluss, im Fluss, im Meer. Je kleiner die Plastikreste, desto problematischer, den umso leichter nehmen Plankton, Fische, Muscheln oder andere Lebewesen das Plastik auf. Die Hersteller sind übrigens nicht verpflichtet, die Umweltverträglichkeit des Plastiks in ihren Produkten zu testen.  Hinzu kommen diverse chemische Reaktionen – Schadstoffe heften sich an Plastikpartikeln an, andere Zusätze aus dem Kunststoff lösen sich im Wasser.

Jugendliche protestieren mit einer drei Meter grossen Shampooflasche aus Holz an der Binnenalster fuer ein Verbot von Plastik in Kosmetik.

Um Plastik in Kosmetik zu erkennen, muss man leider nur fast schon Chemieexperte sein und zweitens gute Augen haben. Die Infos dazu verstecken sich nämlich im Kleingedruckten auf der Verpackung, manchmal auch auf dem Produkt selbst.

Folgende Liste hilft euch, Plastik zu vermeiden

Wenn ihr auf Begriffe in der Liste der Inhaltsstoffe eines Produktes stoßt, die in irgendeiner Weise diese Wörter enthalten, handelt es sich um Kunststoffe.

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Polyamide (PA, Nylon)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethyleneglycol (PEG)*
  • Polyethyleneterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polypropyleneglycol (PPG)*
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)
  • Siloxane

Ihr könnt die Liste als kleinen Ratgeber zum Mitnehmen übrigens auch herunterladen, ausdrucken und  an Freunde verteilen.

Garantiert plastikfrei: Naturkosmetik

Konventionelle Kosmetikprodukte, die trotzdem mit der Aufschrift „Mikroplastikfrei“ werben, checkt ihr am besten sicherheitshalber noch mal mit unserer Liste ab. Denn oft verzichten die Hersteller zwar auf bestimmte feste Plastikpartikel, setzen aber trotzdem flüssige oder  wachsartige Kunststoffe ein. Aus Greenpeace-Sicht ist das Greenwashing. Wenn ihr ganz auf Nummer Sicher gehen möchtet: Zertifizierte Naturkosmetik ist garantiert plastikfrei. Und wer Lust hat, kann Kosmetik einfach selber machen.



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Hallo Greenpeace,

Danke für diesen Artikel. Es ist schon eine ziemlich eklige Vorstellung, dass es üblich ist, sich den Körper mit Mineralöl-Produkten zuzukleistern, sich dabei wohl zu fühlen und trotzdem der Umwelt und vermutlich auch der eigenen Gesundheit so gar keinen Gefallen zu tun!

Dabei ist es spannend und macht Spaß, sich mit Alternativen zu beschäftigen. Ich habe mit Zutaten, die wir ohnehin zuhause hatten, experimentiert und eine Hautcreme rausbekommen, die sicherlich auch dem ein oder der anderen hier gefallen könnte: http://blog.laboratorium-nachhaltigkeit.de/hautcreme/

Frohes Weiterbloggen,
ich lese eure Artikel gerne!

Kerstin :)