Spatenfische im Komodo Nationalpark, Indonesien
Greenpeace Gastautor
15.03.2016

Zehn Gründe, das Meer zu lieben

Ein Gastbeitrag von Larissa Günther

Jahrzehntelange Überfischung, Ölbohrungen in der Tiefsee, durchs Meer treibende Müllstrudel – die Liste der Bedrohungen und Gefahren für unsere Ozeane ist lang. Tausende faszinierende Tier- und Pflanzenarten hängen davon ab, dass wir die Meere besser schützen - wir präsentieren zehn besonders außergewöhnliche: 

1. Weichtier mit viel Herz

Oktopus im Mittelmeer

Kraken gelten nicht nur als die intelligentesten Weichtiere (auch Mollusken genannt), sie sind auch die einzigen mit drei Herzen - einem Hauptherz und zwei Kiemenherzen. Die Kopffüßer müssen recht liebenswerte Zeitgenossen sein - neben ihren drei Herzen haben sie auch noch ganze acht Arme zum Umarmen. 

2. Liebe fürs Leben

Albatrospärchen mit Küken in der Brutkolonie auf den Aucklandinseln

Die meisten Seevögel sind monogam. Albatrosse zum Beispiel bleiben ihrem Partner oft ein Leben lang treu ergeben. Zu jeder Brut treffen sie sich am gemeinsamen Nistplatz wieder. Das Männchen trifft dabei einige Tage vor dem Weibchen ein und verteidigt den Brutplatz gegen Konkurrenten, bis seine Angebetete erscheint. Sind die beiden wieder vereint, führen sie eine Begrüßungszeremonie auf, die aus  zahlreichen Rufen und verschiedenen synchronen Bewegungen besteht.
Bei der Kindererziehung herrscht Gleichberechtigung: Die Albatrosse wechseln sich beim Brüten ab und ziehen ihren Nachwuchs gemeinsam auf.
Nur wenn einer der Partner stirbt und nicht zur Niststätte zurückkehrt, suchen sich die Seevögel einen neuen Lebensgefährten. 

3. Vaterliebe

Seepferdchen in der Balayan-Bucht

Traditionelle Elternrollen werden im Ozean öfter mal auf den Kopf gestellt: Bei den Seepferdchen werden nicht die Weibchen, sondern die Männchen trächtig. Kinderpflege betreibt aber keiner von beiden: Nach der Geburt sind die kleinen Seepferdchen ganz auf sich allein gestellt. 
 


4. Sharing is caring

Clownfisch in einer Seeanemone im Komodo Nationalpark

WG-Leben unter Meeresbewohnern: Viele maritime Kreaturen leben in einer Art Symbiose zusammen. So zum Beispiel Seeanemonen und Clownfische. Die Wohngemeinschaft ist für beide Seiten vorteilhaft: Seeanemonen sind für viele Tiere giftig und bieten den Clownfischen so Schutz vor Fressfeinden, als Gegenleistung sorgen die gestreiften Gäste für saubere Tentakel.  

5. Stachelige Romantiker

Korallenriff in Herzform im Great Barrier Reef

Nicht nur einige Inseln und Korallenriffe im Meer sind wie Herzen geformt. Auch manche Meeresbewohner erinnern stark an diese Form -so auch der Herz-Seeigel. Verwirrend ist allerdings, dass die stacheligen Zeitgenossen von Biologen auch oft Kartoffeln genannt werden - nicht ganz so romantisch. 

6. Big Bang

Sonnenuntergang über Korallenriff im Komodo Nationalpark

Fortpflanzung ist im Meeresreich nicht unbedingt gleichbedeutend mit romantischer Zweisamkeit. Korallen zum Beispiel machen die Nachwuchsproduktion zu einer großen, unordentlichen Gruppen-Angelegenheit. Exakt zur gleichen Zeit entlassen Millionen von ihnen innerhalb weniger Minuten ihre Eizellen und Spermien in das Meereswasser. Diese finden dann ganz allein zusammen und das erstaunlicherweise über hunderte von Kilometern hinweg. 
Nicht nur ein Fest für die Korallen: Für Meerestiere, die zur Nahrungsaufnahme das Meerwasser filtern (z.B. Mantas oder Walhaie), ist die Fortpflanzungsparty ein gefundenes Fressen. 

7. Komplizierte Angelegenheit 

Gefleckter Seehase in der Nordsee

Auch bei anderen Meeresbewohnern ist die Unterwasser-Liebe nicht immer so einfach. Manche Meeresschnecken, wie zum Beispiel die Seehasen, sind Zwitter. Sie besitzen sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsausprägungen. Damit jeder auf seine Kosten kommt, bilden sie bei der Fortpflanzung lange Ketten. Ihr Beziehungsstatus auf Facebook wäre wohl:„Es ist kompliziert.“

8. Tierischer Kindergarten

Adelie Pinguin Junge in der Antarktis

Ebenso wie die Seepferdchen hängen auch Adelie-Pinguine offenbar keinen konservativen Wertvorstellungen an, was die geschlechtliche Rollenverteilung angeht. Zwar legen die Weibchen Eier, das Brüten übernehmen jedoch die Männchen. 35 Tage verharren sie ganz allein und ohne Nahrung auf den Eiern. Erst wenn die Jungen geschlüpft sind, kehrt das Weibchen zurück, um bei der Aufzucht zu helfen. Im Alter von zwei bis drei Wochen schließen sich die Küken dann zu Gruppen zusammen, fast wie in einem Kindergarten. So können beide Elternvögel nach Futter suchen, ohne auf ihre Jungen achten zu müssen. 

9. Meeres-Ständchen

Buckelwal auf dem Weg in die Antarktis

Der Gesang der Buckelwale zählt zu den facettenreichsten Tierlauten überhaupt: Mehr als 622 verschiedene Laute können die Meeresriesen von sich geben. Gesungen wird hauptsächlich von den männlichen Tieren - und das ziemlich laut. Mit einer stattlichen Lautstärke von 190 Dezibel ist der Gesang der Buckelwale einer der lautesten Rufe im Tierreich, lauter als ein Düsenjet oder ein Raketenstart. Man kann die Gesänge noch in weiter Entfernung hören, wenn sie nicht durch menschengemachte Geräusche übertönt werden. 

10. Kiss of Life

Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior vor dem Sonnenuntergang im Mittelmeer

Das pflanzliche Plankton in den Meeren produziert durch Photosynthese rund drei Viertel des Sauerstoffs, den wir atmen. Das heißt: Jeden zweiten Atemzug verdanken wir den Ozeanen. Also höchste Zeit unseren Weltmeeren etwas davon zurückzugeben. Werde Meeresschützer!
 

Topic
Meere

Greenpeace Gastautor

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Gastautoren aus der Greenpeace-Welt schreiben über die Kampagnen, für die sie sich in ihren Ländern einsetzen.


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