Was haben Burger mit dem Klimawandel zu tun?

05. Oktober 2009 · von Claudia Sommer

Der Klimawandel ist zwar in aller Munde, aber greif- und erklärbar ist er kaum. Die Probleme sind komplex, vielfältig die Ursachen. In der großangelegten Google-Kampagne “Raise Your Voice” versuchen NGOs, Bürger und auch Politiker den Klimawandel greifbar zu machen. Welche Auswirkungen kann der Klimawandel auf unseren Planeten haben und wie sehen mögliche Lösungen aus? Was kann jeder von uns tun, wie sich gegen den Klimawandel engagieren?

In rund 60 Tagen beginnt die wichtigste Konferenz zum Klimawandel: COP15 – United Nations Climate Change Conference

Wenn es dort zu keinen entscheidenden Ergebnissen kommt, um gemeinsam gegen den Klimawandel zu handeln, werden wir wohl zukünftig in einer Welt leben, wie sie die Menschheit in ihrer Geschichte nie zuvor gesehen hat.

Den Auftakt der Google-Kampagne machte vor knapp zwei Wochen die Tour “Confronting Climate Change“, erzählt von Al Gore. Jetzt wurden weitere Touren veröffentlicht. Greenpeace erzählt innerhalb der Kampagne die Geschichte des Soja-Moratoriums. Sie zeigt, wie komplex die Zusammenhänge sind, aber auch wie eine Lösung aussehen kann, wenn NGOs und die Öffentlichkeit zusammenarbeiten.

Was hat das nun mit Burgern zu tun?

Der Anbau von Soja hat sehr viel mehr mit dem Klimawandel zu tun, als man zuerst denkt. Hamburger von McDonalds und Co, die wir in Europa verspeisten, führten dazu, dass in Brasilien Regenwald abgeholzt wurde. Unvorstellbar? Siehe selbst:

Google Earth-Tour Soja runterladen

Die Nachfrage nach billigem Fleisch heizt gleichzeitig die Nachfrage nach Soja und damit die Urwaldzerstörung in Brasilien an

Soja ist das wichtigste Futtermittel in der Massentierhaltung – Brasilien der größte Soja-Exporteur der Welt. Durch die Brandrodung von Urwäldern für den Sojaanbau wurde der Amazonasurwald – eine der größten Klimaanlagen des Planeten – massiv geschädigt.

Nachdem Greenpeace die Zusammenhänge aufzeigte und 2006 eine weltweite Kampagne startete, stimmten die größten brasilianischen Sojahändler einem Anbau-Moratorium zu. Im Juli 2006 verpflichteten sie sich, zwei Jahre lang kein Soja von neu angelegten Feldern im Amazonas zu kaufen. Das Moratorium ist mittlerweile mehrfach verlängert worden und namhafte Unternehmen wie McDonalds, Ritter Sport, Carrefour und Marks & Spencer forderten ihre brasilianischen Lieferanten auf, sich nicht weiter an der Zerstörung der Lunge der Welt zu beteiligen.

Unsere Entscheidungen und unser Verhalten hier in Europa haben auf der anderen Seite der Welt massive Auswirkungen auf die Umwelt. Wer denkt schon darüber nach, dass beispielsweise unser Essverhalten hier zur Brandrodung in Brasilien beiträgt – und damit den Klimawandel massiv verschärft?

Die Uhr tickt, und je mehr Menschen die Problematik des Klimawandels verstehen, desto wahrscheinlicher wird es, dass in Kopenhagen wirklich mal etwas passiert! Für reine Lippenbekenntnisse bleibt uns einfach keine Zeit mehr.

Deshalb zählt auch Deine Stimme gegen den Klimawandel
Sei dabei, wenn sich die Staatsmänner in Kopenhagen treffen und schick’ Google ein Video mit deiner Sicht der Dinge, deiner Meinung oder deinen Fragen.

Die besten Videos werden während der COP15 Konferenz am 15. Dezember auf CNN ausgestrahlt.

P.S.: Solche komplexen Zusammenhänge lassen sich sehr einfach und emotional in Google Earth darstellen. Google stellt ausführliche Tutorials und Tools für NGOs bereit, die beim Umgang mit Google Earth helfen.

[Via: Claudia Sommer]

Kommentare

  • Stephan Cordesmeyer

    Photosynthese über der Erde die einzige möglichkeit für uns ist den CO2 Gehalt in der Atmosphäre kontrolliert zu reduzieren. Trotz des weltweiten Bekannheitsgrades des Klimawandels ist es doch schwer zu verstehen warum die Bemühungen zum Urwaldschutz nicht maßgeblich verstärkt werden. Wenn der CO2 Gehalt in der Luft steigt brauchen wir mehr biologische Organismen die CO2 aus der Luft filtern und diese mit Sauerstoff anreichern. Paradoxer weise holzen wir diese Pflanzen weiter ab und reduzieren so die möglichkeit CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen und kreieren den Sektor mit dem Weltweit 3. größten CO2 Ausstoß. Ca. 20% der weltweiten Emissionen werden durch die Rodung der Urwälder verursacht. Angeblich umweltfreundliche Technologien wie Biosprit aus Zuckerrohr benötigen eben auch diese Flächen auf denen eigentlich Urwald stehen müsste. Demzufolge sind auch diese Technologien extrem umweltfeindlich. Die einzige Lösung die es für dieses Problem geben kann ist die Hege der Urwälder zu einem Wirtschaftsfaktor zu machen! Es muss sich finanziell mehr lohnen den Urwald stehen zu lassen als ihn zu Roden! Deshalb ist es wichtig das es auf dem Klimagipfel in Kopenhagen zu einer Entscheidung pro REDD kommt. Was wir dazu beitragen können und sollten, ist den Menschen klar zu machen, dass Urwälder CO2 speichern und die Rodung der Uwälder den Klimawandel enorm verschlimmert. Weniger Reduktion, mehr Emission!

    05.10.2009 um 14:59 Uhr · Antworten

  • caipees

    Der Regenwald stellt keine CO2-Senke dar (dünne Humusschicht)! Der Einfluss auf das Klima findet nur durch Verdunstung von Wasser statt:
    > http://de.wikipedia.org/wiki/Tropischer_Regenwald#Einfluss_auf_das_Klima

    06.10.2009 um 01:09 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Das Problem ist nicht, dass für die Futtermittel die Urwälder gerodet werden, sondern, dass die Menschheit zu viel Fleisch konsumiert. Ich habe zum Thema Klima und Massentierhaltung an anderer Stelle schon etwas dazu geschrieben. Wir halten weit über 1 Milliarde Rinder, die für mehr als 20% der Treibhausgase verantwortlich sind, Produktion der Futtermittel und ähnliches noch nichteinmal mit eingerechnet. Und gerade Unternehmen wie McDonalds und Co sind vielleicht nicht für weitere Rodungen mehr verantwortlich, aber sicherlich für einen zu hohen Fleischkonsum. In England bekommt man immerhin vegetarische Burger als Alternative angeboten, in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern sucht man danach allerdings vergeblich. Bei einem Hamburger für 1€ ist sich der Konsument doch gar nicht bewusst, was er eigentlich anstellt. “Was nicht viel kostet ist nicht viel wert” sagt ein altes Sprichwort und genau das ist doch das Problem: Der Konsument weiss das Fleisch nicht zu schätzen sondern nimmt es als billige Massenware und damit auch die Zerstörung unseres Klimas in Kauf.

    Liebe Grüsse

    Thomas

    07.10.2009 um 11:34 Uhr · Antworten

  • Energie und Umwelt

    Rodungen sind ein Teil des Problemes . Hier werden ganze Gebiete des Regenwaldes regelrecht platt gemacht um Platz für Anbau von Futtermitteln oder die moderne Viehzucht zu schaffen . Doch auch der Tansport verschling nicht nur kosten, sonder trägt auch seinen Teil zur Erhöhung des CO2 Ausstoßes bei (Immerhin müssen Futtermittel und Tiere transportiert werden) . Dies wird bei Statistiken aber immer unter den CO2 Ausstoss des Verkehrs gerechnet .
    Auch ich bin kein Vegetarier , jedoch achte ich auf mein Essverhalten . Fleisch gibt es nur selten und dann vom Bio Bauern (Mein Eltern) .

    Lg Robert

    12.2.2010 um 17:41 Uhr · Antworten

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