Ich setzte mich bei Greenpeace für den Schutz der Urwälder und den Kampf gegen den Klimawandel ein. Dieses Engagement hat mich und meine Kollegin Andrea mitten ins Herz des Kongobeckens, des zweitgrößten Regenwaldes auf der Erde, gebracht.
Im Kongo werden gerade die letzten großen Urwälder ausverkauft. In der Demokratischen Republik Kongo ist dafür die deutsch-schweizerische Danzer-Gruppe maßgeblich verantwortlich. Danzer ist eine der größten Holzfirmen im Land und zerstört den Urwald seit Jahren. Davon wollen Andrea und ich uns ein Bild machen.
Von der Hauptstadt Kinshasa im Westen des Landes sind wir mitten ins Herz des Regenwaldes geflogen, in die Region um die Stadt Bumba. Dort war ich schon einmal vor zwei Jahren auf Recherchetour. Bumba liegt am Nordufer des Kongo-Flusses, dort wo der Kongo seinen nördlichsten Punkt hat.
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Der Flug mit einer kleinen russischen Propellermaschine ist immer ein Abenteuer für sich. Bekommt man seinen Platz trotz Ticket? Fliegt die Maschine überhaupt? Das sind die Fragen, die man sich stellt. Und wenn man sich dann in die kleinen Sitze ohne Beinfreiheit quetscht, die Knie im Rücken der Vordermanns, fragt man sich, was einen hierher verschlagen hat. Es rattert und röhrt, von der Decke kommt Nebeldampf aus Düsen und später lecken Wassertropfen auf uns nieder. Das ist aber alles normal. Spätestens als der Pilot uns in Bumba auf total regennasser Sandpiste sicher aufsetzt und das braune Wasser der Piste über die Fenster schlägt wissen wir, dass wir in guten Händen waren.
Im Urwald nördlich von Bumba schlägt Danzer ein. Heute Morgen sind wir zusammen mit meinem Kollegen René Ngongo mit dem Auto aufgebrochen – dorthin wo derzeit Bäume im Regenwald gefällt werden. Fing der Urwald noch vor gut 15 Jahren nicht weit von Bumba entfernt an, muss man heute 140 Kilometer weit fahren, um in den intakten Regenwald zu kommen. Danzer hat so viel Regenwald zerstört, dass es der Bevölkerung immer schwerer fällt dorthin zu kommen, um Medizinpflanzen zu sammeln oder Früchte zu pflücken.
Für die 140 Kilometer waren wir vier Stunden unterwegs, über Holperpisten und durch regennasse Schlaglöcher, bis wir an jener Stelle standen, wo heute der Urwald gefällt wird. In drückender Hitze sahen wir die neu planierte Sandpiste mitten in den Urwald hinein. Von hier ging es nicht weiter. Wir waren am Ende der Holzfällerstraße angekommen.
René erzählte uns, welche Edelhölzer gefällt werden, um in Deutschland zu Furnieren oder Parkett verarbeitet zu werden. Kurz darauf sahen wir die Stämme: ein mit drei Bäumen (voll!) beladener Laster stand abfahrbereit auf der Straße. An Bord waren Sipo und Wenge, so René. Beide Holzarten sind mir vom deutschen Holzhandel gut bekannt. Die Straße war so frisch gerodet, dass noch die frisch umgepfügte braune Erde zu sehen war. Nach einiger Zeit auf der Piste und einigen kurzen Abstechern in den Wald fuhren wir zurück, denn wir wollten vor Anbruch der Nacht um 18 Uhr zurück in Bumba sein. Eine Autopanne bei Nacht gilt es unbedingt zu vermeiden.
In den Wald kamen wir nur kurz. Uns fehlte die Zeit, um mit der Machete einen Pfad in den Wald zu schlagen. Ohne das ist in der Wand aus Grün gar nicht vorwärts zu kommen. Es ist so heiß, stickig und mückig, dass einem auch fast immer die Lust dazu fehlt. Auch ohne jegliche Betätigung schwitzen wir, auch René, so dass wir aussehen wie frisch aus der Sauna gekommen. Nach der endlosen Fahrt auf den Schotterpisten, haben wir dann den Abend mit einem Primus (das regionale kongolesische Bier) und frischem Fisch aus dem Kongo-Fluss ausklingen lassen.
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[...] habe René vor zwei Wochen getroffen, als er in Bumba zusammen mit lokalen Nichtregierungsorganisationen ein zweitägiges Seminar organisiert hatte. Ziel [...]