Nachhilfe für die Bundesregierung

23. Mai 2011 · von Benjamin Borgerding

Kurz nach dem Unglück von Fukushima trat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor ein Gestrüpp aus Mikrofonen, verkündete das vorläufige Abschalten der sieben ältesten AKW plus Krümmel und erklärte, sie habe eine Reaktorsicherheitskommission (RSK) und eine Ethikkommission damit beauftragt, die zwei drängendsten Fragen zu klären: Wie sicher sind AKW in Deutschland? Und: Ist Atomkraft ethisch vertretbar?

Greenpeace-Kletterer auf dem AKW Unterweser (22.06.2009) - (c) Fred Dott/Greenpeace

Greenpeace-Kletterer auf dem AKW Unterweser (22.06.2009) - (c) Fred Dott/Greenpeace

Die Antwort der Ethikkommission steht noch aus, die RSK hat bereits am Dienstag (17.05.2011) ihren Bericht abgeliefert. 116 Seiten ist der Bericht lang und es findet sich darin u.a. das Ergebnis, dass ein GAU bei keinem AKW in Deutschland ausgeschlossen werden kann, wenn es zum Absturz eines großen Passagierflugzeuges kommt. Doch einer konkreten Direktive an die Herren und Damen Politiker sind die Autoren des Berichts (aus Angst vor der eigenen Courage?) konsequent aus dem Weg gegangen. Deshalb hat Greenpeace nachgeholfen und aus den Ergebnissen des RSK-Berichts ein Sicherheitsranking angefertigt:

Am schlechtesten schneidet das AKW Isar 1 ab, relativ am besten das AKW Emsland mit 14 von 24 Punkten. Die Bewertung stellt Greenpeace heute der Bundesregierung und der Ethik-Kommission zur Verfügung. (…)  Bei allen drei Methoden (zur Ermittlung des Rankings) zeigen sich die sieben ältesten Atomkraftwerke, dicht gefolgt von Krümmel, am schlechtesten gerüstet.

Jeder weiß: Die Qualität eines Lehrers bemisst sich nicht danach, was er weiß, sondern was er seinen Schülern beibringen kann. Eigentlich wäre es Aufgabe der RSK gewesen, der Bundesregierung mit einer adäquaten Aufbereitung der Ergebnisse eine ordentliche Entscheidungsgrundlage zu bieten. Doch die RSK begnügt sich in ihrem Bericht lieber mit der Feststellung, dass “abhängig von den betrachteten Themenfeldern über alle Anlagen kein durchgehendes Ergebnis in Abhängigkeit von Bauart, Alter der Anlage oder Generation nachzuweisen ist”.

Man hätte erwarten können, dass die Ergebnisse weniger vage und deutungsflexibel dargestellt werden als das 116 Seiten lang der Fall ist. Und dass es nicht Dritten überlassen bleibt, für etwas mehr Übersichtlichkeit zu sorgen. Schon vorher klar war indessen, dass die RSK eine wirklich seriöse Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke nicht leisten würde. Deshalb ist es keine große Überraschung, dass Greenpeace von den sechzehn Überprüfungsthemen im RSK-Anforderungskatalog nur acht auswerten konnte. Nach dem Ranking sind die sieben ältesten AKW plus Krümmel auf den Abstiegsplätzen.  Das vollständige Ranking findet sich hier.

Nicht vergessen sollte man, dass die RSK dezidiert kein AKW-TüV ist. Bei der Abschätzung der Risiken ist man von dem wünschenswerten Idealzustand ausgegangen, dass die Notfallsysteme in den AKW im Unglücksfall ordnungsgemäß funktionieren. Doch mit dem Ist-Zustand hat der nichts zu tun: Durchgerostete Leitungen und andere Zerfallserscheinungen, wie sie tausende Störfälle protokollieren, sind in den Sicherheitsanalysen nicht berücksichtigt worden. Greenpeace hat die Störanfälligkeit der Reaktoren deshalb als eigenen Faktor in eine der drei angewandten Berechnungsmethoden miteinbezogen.

Weder im RSK-Bericht noch im Greenpeace-Ranking spielt der Faktor Mensch eine Rolle, in der Realität schon: Menschliches Fehlverhalten hat wesentlich zur Katastrophe in Tschernobyl beigetragen. Und heute berichtet der japanische Sender NHK, dass die Betreiber der AKW in Fukushima den Notfallplan nicht befolgt haben.

Die Atomindustrie und ihre Freunde kämpfen derweil an allen Fronten um ihre geliebten Kraftwerke: Auf EU-Ebene blockieren Großbritannien und Frankreich strengere Stresstests, weil der Umgang mit Terrorgefahren eine Frage der “inneren Sicherheit”, also Landessache, sei. Und in Deutschland behauptet Atomriese Eon, dass der Hochwasserschutz für das AKW Unterweser “auch unter extremen Bedingungen gewährleistet” sei.  Eine glatte Lüge, der RSK-Bericht belegt genau das Gegenteil: Als einziges deutsches AKW erfüllt Unterweser bei Hochwasser nicht einmal Schutzlevel 1. Mein verehrter Kollege Tobias Münchmeyer schlägt daher eine Umbennung in “AKW Unterwasser” vor.

Ach, und übrigens: Seit Samstag sind nur noch vier von insgesamt siebzehn Atomkraftwerken am Netz – weniger waren es schon seit ein paar Jahrzehnten nicht mehr.  Den Text hier kann ich trotzdem eintippen und Du, verehrter Leser, kannst ihn auf Deinem Bildschirm lesen. Nebenbei ist die derzeitige Atomflaute ein hübscher Testlauf für ein Szenario, das das Greenpeace-Energiekonzept “Der Plan” erst für das Jahr 2013 vorsieht.

Protestaktion: Deutschland ist erneuerbar!

Deutschland ist erneuerbar

Sorgen Sie dafür, dass die Energiewende in Fahrt kommt!

So geht’s: Machen Sie mit und unterschreiben Sie unseren Appell an Bundeskanzlerin Merkel: Deutschland ist erneuerbar!

Kommentare

  • Michi

    Den Text hier kann ich auch nur deshalb lesen, weil Deutschland A) Strom importiert und B) diverse Kohlekraftwerke auf maximalleistung hochgefahren hat.
    .
    Um ein einziges AKW zu ersetzen, bräuchte man mindestens 4000 Windräder…
    Das ist einfach unrealistisch.
    .
    Und übrigens: Eni GAU kann man nie ausschließen. Auch bei einem Windrad. Denn Gau steht für gröster anzunehmender Unfall… Bei einem Windrad halt dass es umfält, und dabei ein paar Leute erschlägt… Und ich Wette das ist wahrscheinlicher als ein AKW Gau.

    Ich würde es einfach allgemeines lebensrisiko nennen… Das ist den billigen umweltfreundlichen Strom wert.

    23.5.2011 um 13:19 Uhr · Antworten

    • Dirk Tkacz

      Wohnen sie zufällig neben einem AKW und lassen dort ihre Kinder aufwachsen?

      24.5.2011 um 17:19 Uhr · Antworten

      • Michi

        Ist doch egal ob ich jetzt neben einem AKW wohne oder nicht

        25.5.2011 um 12:57 Uhr

  • Jan

    Deutschlands Stromversorgung wird zur Glückssache
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13387612/Deutschlands-Stromversorgung-wird-zur-Glueckssache.html

    23.5.2011 um 15:29 Uhr · Antworten

  • Michi

    Eines Tages stehen wir ohne AKWs und ohne Strom da, mitten im Winter, alles ist dunkel, alles ist kalt.
    Aber einen winzigen trost hat es trotzdem: ohne strom können uns wenigstens nicht mehr die angstheischenden Nachrichten von Greenpeace erreichen…

    23.5.2011 um 16:04 Uhr · Antworten

  • Monty

    DANKE FÜR DEN ARTIKEL. @Jan und @Michi es ist doch allen klar das sofort abschalten nicht geht und das wir nur mit höchstem Einsatz 2050 bis 2060 ganz ohne ATOM-Strom auskommen.

    Zu erneuerbaren Energien gibt es keine Alternative. Aber es wird sehr lange dauern, bis sie unsere Versorgung sicherstellen. Die Forschung weiß es, die Politik verdrängt es.

    Was das lebensrisiko betrifft “zwecks selbstversuch” würde ich sogar einen 2 Wochen Urlaub für Michi in unmittelbarer Nachbarschaft eines AKWs bezahlen.

    23.5.2011 um 17:38 Uhr · Antworten

    • Michi

      Echt? Sicher mach dass!
      Aber ich darf mir aussuchen welches, oder?
      Dann nehm ich doch eins in California.
      Aber den Flug zahlst du auch, gel?

      23.5.2011 um 19:06 Uhr · Antworten

      • Marina

        Ich würde vielmehr vorschlagen – eine Reise ins Zentrum von Fukushima …

        Da kann man doch jetzt herrlich für 3 Wochen diese angenehme Ruhe und Stille genießen … Und selbst wenn die Sonne nicht vom Himmel STRAHLT, so strahlt wenigstens Fukushima … ist das nichts?! Und wenn man von dieser Strahlung angesteckt wird, dann nimmt man diese zumindest als Souvenir mit nach Hause —
        und STRAHLT dort weiter, wenn man da sonst vielleicht nichts zu lachen hat! —

        Nee, nee — das ist mir DOCH einfach zu dumm, ich klicke mich hiermit aus. – - -

        23.5.2011 um 19:50 Uhr

      • Michi

        Hey, kein Grund emotional oder erst recht persönlich zu werden…
        Und Fukuschima ist was GANZ anderes…

        23.5.2011 um 20:49 Uhr

  • Karl Koch

    Interessanter Artikel !!!

    Danke !!!

    Ich finde es schon sehr interessant was hier so für Kommentare stehen.

    Wichtig finde ich vor allen Dingen ein lösungsorientiertes Denken:

    Wie kann man ökonomisch und ökologisch wertvoll und nachhaltig Strom erzeugen ?

    Sind diese Technologien nicht längst vorhanden ?

    Ich erinnere nur mal an Nikola Tesla !!!

    Wenn die Menschheit es schafft ihr Energieproblem zu lösen – nicht nur materialistisch – sondern auch seelisch – dann könnte die Erde vielleicht wieder ein Paradies werden.

    Aber vorher müssen wir noch viel Müll recyclen…

    … und wohin soll der Atommüll ?

    Kann man den nicht in ausrangierte Atombunker stellen ?!

    23.5.2011 um 17:42 Uhr · Antworten

    • Michi

      Ausrangierte Atombunker sind nicht sicher genug.
      Schließlich soll der Müll ja nicht nur ein paar hundert Jahre da unten sein, sondern ein paar zehn oder hunderttausend.
      Also für gorleben ist geplant, den Müll in dicken stahlbehältern, die mit cupfer umgeben sind (zwecks rostschutz) in tiefe Löcher einzulassen, die dann anschließend einzementiert werden.
      Der Standort ist geologisch stabil, und in seiner Natur als salzstock wasserfrrei, (Wasser stellt die größte Gefahr da).
      Der Behälter alleine hält mindestens 5000 Jahre, bis er anfängt durchlässig zu werden, und man hofft dass der umgebene Zement bis dahin steinartig wird, und somit die bis dahin nur mehr schwach radioaktiven Reste in seiner chemischen Struktur zu binden.
      In den USA wird auch damit experimentiert sie einzuglasen.
      Dass klingt zwar alles wie ein riesiger Aufwand, aber man muss bedenken, dass ein Kilo Uran so viel Energie enthält wie 15.000 bis 20.000 Kilo Steinkohle (sogar noch ohne Wiederaufbereitung), und Uran ist eines der dichtesten Materialien, daher ist eine Tonne von dem Volumen her nicht so viel, und diese eine Tonne zu begraben ist einfacher wie 20.000 Tonnen CO2 zu begraben.

      23.5.2011 um 19:27 Uhr · Antworten

  • henry

    @Michi.klar wenn alle denken wie du geht garnix voran.

    23.5.2011 um 18:19 Uhr · Antworten

  • Ella

    Hallo Ihr beratungsresistenten und unverbesserlichen Kommentatoren,

    hinterlaßt mal Eure Adressen und ich schicke jedem sein kleines persönliches Atommüllendlager zu, das Ihr völlig sicher und unbedenktlich in Eurem Garten, im Kübel auf Eurer Terrasse oder auch einfach im Blumentopf auf der Fensterbank verbuddeln könnt…

    23.5.2011 um 20:02 Uhr · Antworten

    • Michi

      Wer ist hier beratungsresistent und unverbesserlich?
      .
      Und du hättest auch nicht gern ein Windrad direkt im Garten…
      .
      Solange es fachgerecht gemacht wird hätt ich eigentlich gar nix gegen ein Endlager unter meinem Haus…

      23.5.2011 um 20:56 Uhr · Antworten

  • kleinerhobit

    @Michi Hat die PR-Agentur, für die du hier im Blog mitredest, dir erlaubt hier den Clown zu makieren? Falls ja, ist dir das gelungen. Und ja, ich hätte gern ein Windrad im Garten!

    23.5.2011 um 21:10 Uhr · Antworten

  • Ella

    @Michi: Ich habe (bald) ein Windrad im eigenen Garten!
    Und bei der “fachgerechten Ausführung” eines Atommüllendlagers unter Deinem Haus sind Dir die führenden Atomkonzerne sicherlich gerne behilflich…

    23.5.2011 um 22:23 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Im Gegenzug zu dem Atommüll könnte ich Dir Reste aus den Filteranlagen der KohleKW anbieten. Sie “strahlen” zwar nicht, sind aber mindestens so “toxisch” wie der Assemüll. Dein Garten sollte aber etwas größer sein, damit die Relation gewahrt bleibt.

      23.5.2011 um 23:04 Uhr · Antworten

  • dieraute

    Hm… Also, egal wo ich hinhöre und schaue ist immer alles so einfach mit Abschalten von AKWs und dem Ausbau von den erneuerbaren Energien. Ich sehe das auf Grund meines beruflichen Hintergrundes doch recht skeptisch (Instandhaltung in einem Edelstahlwerk Bereich Elektrik) Ich habe mir letztens mal unsere Bilanz angeschaut im Punkt Stromverbrauch. 372000MWh im Jahr also ca. 1GWh pro Tag. Bei diesen Zahlen stelle ich mir als Techniker die Frage wie etwas mit einer derartigen Energiedichte dezentral versorgt werden soll. Ich meine rein rechnerisch würde unser Werk 84 Windräder a 2MW benötigen welche rund 2000h im Jahr unter Peak laufen.In Wirklichkeit also wohl eher mehr. Und wir sind ein Ministahlwerk.
    Ich mein ja nur ,dass das schon anders klingt als die Meldung, das sich eine 1000 Seelen Gemeinde mit zwei 150m Rotoren autark versorgen kann und das noch mit ein wenig Überschuss. Was ich damit sagen will, die Energiedichte im Haushaltsbereich ist einfach wesentlich geringer als im Industriebereich deshalb sollte dort auf jedenfall mit dezentralen am besten autarken Netz- und Erzeugungsstrukturen sprich erneuerbaren Energien gearbeitet werden, z.B auf dem Land. In Sachen Schwerindustrie,welche eine enntscheidende Säule unseres Wohlstandes in Deutschland darstellt, sehe ich persönlich aber nicht die Möglichkeit im Augenblick vorhandene Grüne Technologie sinnvoll zu nutzen, weil einfach der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Sehr viel Energie muss dabei dort “erzeugt” werden, wo sie auch benötigt wird das hält die Kosten für Trassen klein und spart Rohstoffe.
    (Wenn sie einen Kubikmeter Erde benötigen dann graben sie möglichst nah ja auch nur ein großes Loch und nicht 10000 kleine Kilometer weit entfernt ;o) Zeit für Kernfusion, es wird nicht ohne Großkraftwerke gehen )

    Bitte selber einfach mal nachrechnen und dann nochmal nachdenken, ob das wirklich machbar ist was diverse Gruppierungen in diesem Land fordern!!!
    P.S. Nur weil die Energielobbyisten lügen ist das noch lange kein Beweis dafür, dass gewisse Andere die 100 %ige Wahrheit sprechen..

    24.5.2011 um 00:12 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      Wäre dem Edelstahlwerk mit einem separatem Kraftwerk mit INCOX-Technologie oder mit mehreren Brennstoffzellen im MW-Bereich geholfen ? Mit Wind und Sonne läuft so eine Anlage natürlich nicht, aber Biowasserstoff (nach Karl-Heinz Tetzlaff) kann so was leisten.
      Wie stark müsste denn die permanente Leistung in MW für den Schmelzofen konkret sein ?

      24.5.2011 um 06:19 Uhr · Antworten

      • dieraute

        Während der Schmelze muss man am ELO mit 100MW rechnen. Ich kann es nur schätzen aber 200MW elektrisch Momentaufnahme maximal sind denke ich drin wenn alles läuft im Werk.Kleiner Anstoß noch, ich schrieb 372000MWh Verbrauch pro Jahr elektrisch, an Gas haben wir fast doppelt so viel Verbrauch. Wenn wir das auf elektrisch umrüsten würden ….. die Überlegung macht mir Angst

        25.5.2011 um 00:39 Uhr

      • Energiesparfuchs

        200 MW sind kein Pappenstiel, davon 100 MW für den Ofen sehr beachtlich. Noch härter wird es bei der Trimet Aluminium AG, die allein 1 % des gesamten in D verbrauchten jährlichen Stroms benötigt (Leistungsbedarf in MW ? Kennt den irgendeiner ?)
        Hier mit Brennstoffzellen was zu machen erscheint nicht sinnvoll, aber dafür gibt es ja die INCOX-Technologie der SPOT AG, Frankfurt/Main mit einem el. Wirkungsgrad von 70 Prozent (siehe http://www.spot-ag.de/incox100.html), damit lassen sich auch Kraftwerksblöcke für Spezialzwecke zwischen 5 bis 1.000 MW errichten. Die Kombination von Biomassevergasung und Internal Combustion Box dürfte für den Zweck Elektrostahlwerk sehr sinnvoll sein. Dabei liegen die Erzeugungskosten nach Firmenangaben für geeignete Standorte unter 3 cent/kWh. Die Abwärme der Biomassevergasung und der BOX lässt sich dann sicher im Werk nutzen. Weiterer Wärmebedarf kann dann aus dem öffentlichen Erdgasnetz per Wasserstoff von Anlagen bezogen werden, wie sie die H2patent GmbH (kompaktes neues Energiekonzept auf EE-Basis) vorschlägt.
        Wäre das nicht mal eine Idee für ihre Geschäftsleitung ?

        25.5.2011 um 21:07 Uhr

    • Lottina

      Vielleicht würde ein Blockheizkraftwerk (Windgas,Erdgas)(Grundsicherung) helfen, denzentral zu versorgen? Vielleicht wäre eine eigene Investition in Ähnliches für die Firma langfristig lukrativer, wenn man unabhängiger von Kosten der 4Großen würde? Vielleicht wäre eine geförderte Kombination mit z.B. Solar eine Idee? Ich denke auch, dass wir große Trassen brauchen, aber durch weitgehende Dezentralisierung könnte man sie geringer ausbauen und damit umweltfreundlicher. Ist vielleicht Kreativität und Planung auch dezentral sinnvoll?

      24.5.2011 um 14:03 Uhr · Antworten

      • Erna

        Wenn ich immer “dezentral” höre kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das effektivste und damit auch umweltfreundlichste ist noch immer die Erzeugung dort wo auch der Strom gebraucht wird. Dezentrale Erzuegung nützt nur etwas, wenn ich speziell auch die Industrie dezentral umsiedeln würde.

        Letztlich reden wir aktuell davon, 5 (in Worten fünf) größere Trassen von Nord/Ost nach Süd/West zu bauen. Mit einer dezentralen Erzeugung bleibt es bei den 5 Trassen mit vielleicht den ein oder anderen Kabel weniger. Stattdessen müsste aber das 110 und 20 kV-Netz viel stärker ausgebaut werden, damit ich den dezentralen Strom erst einmal zu den großen Trassen bringen kann.

        Das nächste beliebte Thema ist immer wieder “Wärmeauskopplung”. Ja was bitte kann ich mit Fernwärme anfangen wenn ich eine Öl- oder Gasheizung habe? Da es bei der Fernwärme keinen Wettbewerb gibt, werde ich mich doch nicht freiwillig einem Monopolanbieter “unterwerfen”, egal wie umweltfreundlich dies womöglich ist. Aktuell kann ich nur bei neuen Baugebieten Fernwärme vorschreiben. Da die Neubauten mittlerweile zumindest Niedrigenergiehäuser sind, ist der Verbrauch eines solchen Wohngebietes selbst im kältesten Winter verschwindend gering gegenüber der Abwärme eine Kraftwerkes. Letzlich kommt der Einsparerfolg aus der Wärmedämmung und hat mit Kraft-/Wärmekopplung nichts zu tun.

        24.5.2011 um 15:12 Uhr

  • Bruno

    Wenn wir keine AKWs bräuchten, würden unser Nachbarländer just in diesem Moment nicht planen wie sie uns mit teuerem Atomstrom aus dem Ausland in Zukunft versorgen können. Und es ist auch kein Geheimnis, dass wir aktuell große Mengen an AKW-strom aus Frankreich beziehen. Warum wird so etwas von Greenpeace immer vernachlässigt. Und ganz nebenbei, wenn wir unsere AKWs abschalten wird die Gesamtsituation sogar noch gefährlicher in Europa, da die deutschen AKWs wesentlich sicherer sind als die im Ausland. Und wer immer noch glaubt die Energiewende kommt ohne Strompreiserhöhung und Kürzungen im Sozialstaat daher, der sollte sich jetzt schon mal schleunigst informieren bevor es zu spät ist.

    24.5.2011 um 07:51 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    Ich weiß, die Frage nervt. Aber wie schaffe ich es mental, AKW statt KohleKW abschalten zu wollen, aber gleichzeitig den unverminderten CO2 Ausstoß mit all seine negativen Folgen zu bejammern?
    Gibt es da ein Greenpeace I und ein Greenpeace II?

    24.5.2011 um 23:31 Uhr · Antworten

  • Max

    Schön zu lesen, dass sich noch ein paar vernünftige Menschen für die Kernkraft in D aussprechen, denn Fakt ist, dass wir sicherer sind als unsere Nachbarn.
    Ich finde es übrigens unterste Schublade, wie Greenpeace Behauptungen aufstellt und verbreitet.
    Z.B. ist die sogenannte Bewertung des RSK Berichts ein einziger Witz.
    Einfach Punkte pro erreichtem Level zu vergeben ist ja wohl kaum ein Wissenschaftlicher Ansatz.
    Übrigens bedeutet Level 1 bei z.B. Erdbeben, dass das jeweilige KKW um eine Intensitätsstufe höher ausgelegt ist als das 10.000jährige Bemessungserdbeben.
    Was das heißt überlasse ich Ihren Experten, habe aber wenig Hoffnung, dass da ein vernünftiges Ergebnis rauskommt.
    (Ein Wohnhaus ist übrigens etwa auf ein 500jähriges Erdbeben ausgelegt)

    Ach ja, nur als Hinweis, der Atommüll ist schon da, ein Endlager brauchen wir also sowieso, ob da ein paar Tonnen mehr reinkommen oder nicht macht also nichts mehr aus.
    Das ursprüngliche Konzept von CDU/CSU/FDP war schon i.O., immerhin ist hierbei ein Umstieg innerhalb einer Generation geplant, was ich schon als ziemlich sportlich empfinde.

    Noch was, wir sind bereits seit etwa 3Monaten Stromimporteur, dass unser Netz noch nicht zusammengebrochen ist, dafür müssen wir der Tschechei und Frankreich danken, die den Süden Deutschlands mit Atomstrom versorgen.
    Dank der Angebotsverknappung ist der Strompreis bisher um etwa 14% gestiegen, dass wird man dann nächstes Jahr merken, wenn die Preiserhöhungen kommen.

    25.5.2011 um 19:19 Uhr · Antworten

    • Michi

      Dass wir sicherer als unsere Nachbarn sind, da bin ich mir nicht mehr so sicher…
      Schließlich legen die mit neuen Reaktoren (z.B Flamanville 3) grad ordentlich nach…
      Bei uns wurde ja auch schon seit Ende der 80er kein neues KKW mehr gebaut, im gleichen Zeitraum wurden in Frankreich 4-5 Reaktoren ans netz genommen, die sind ja wohl auch sicherer.
      .
      Wenn wir JETZT neue Reaktoren bauen (oder vielleicht noch ein bisschen warten, mal schauen wie sich der EPR so bewährt) haben wir inkl. der Bauzeit mit einer Lebensdauer von etwa 60 Jahren eine gute Brücke zur Fusion (falls das mal was wird, müssen wir mal auf ITER warten). Das wäre ja auch ein plus für die Umwelt, da die neuen AKWs wie EPR nicht nur sicherer sind, sondern auch mehr Energie aus der gleichen menge Uran machen und daher weniger Müll produzieren.
      Es ist vll etwas gefährlich alles auf Fusion zu setzen, vll wird da ja auch nix daraus, deshalb sollte man vll nebenher auch in EE investieren, bis man klare ansagen hat,
      Aber es spricht ja nix dagegen mal auch in Atomkraft zu investieren, dann bleibt der Strom wenigstens billig.
      Aber am Ende wird eh der Markt entscheiden wie es weitergeht, wir leben hier ja nicht in einer Planwirtschaft (Anspielung auf “der Plan”) und da wird sich die beste Technologie durchsetzen, sei es Solarthermie oder photovoltaik oder Wind oder Atomkraft oder halt doch mal Fusion, die billigste Variante wird sich etablieren, da braucht niemand was zentral lenken, das einzige was der Staat tun kan und soll ist Gebüren für die entstandenen Schäden (sei es strahlender Müll oder CO2) zu verlangen (Cap and Trade oder eine pauschale für Müllentsorgung )
      Was man natürlich nicht machen kann, ist im nachhinein Geld zu verlangen (Asse) denn wenn der Staat sagt sie machen das um diesen Preis, dann ist das ein geschlossener Vertrag und danach ist es eine Angelegenheit des Staates, soll man eben in Zukunft besser die kosten besser berechnen und mehr Geld verlangen (macht man eh schon, es ist ja nicht so als würden die Konzerne nicht zahlen, aber sie zahlen halt nicht im nachhinein)
      .
      Im gegensatz zu vielen hier habe ich eben noch vertrauen in den Kapitalismus.

      25.5.2011 um 20:17 Uhr · Antworten

  • Lottina

    Und der Kreisel der Diskussion dreht sich. Interessiert Euch doch mal für die Alternativen,statt sie einfach zu negieren! Da sind wir doch schon weiter, oder? Deshalb verlasse ich diese Diskussion und kümmere mich mal um ein anderes Thema, das mir auf den Greenpeaceseiten in den Blick kommt.

    25.5.2011 um 21:51 Uhr · Antworten

  • Roswitha Koch

    Diese Debatten um den Atomausstieg sind so überflüssig wie ein Kropf.Meine Freundin hat ein Windrad in unmittelbarer Nähe ihres Hauses stehen und ist seit her mit den Nerven am Ende.Diese Ding macht nämlich ständig Lärm,Tag und Nacht.Wenn wir nun diese häßlichen Dinger in ganz Deutschland massenhaft zu stehen haben na dann gute Nacht.Und was heißt eigentlich Restrisiko.Habe ich nicht auch ein Restrisiko wenn ich Auto fahre,im Flugzeug sitze oder einfach nur ein Einkaufsbummel mache(mir könnte ja ein Blumentopf auf den Kopf fallen).Was ist den mit den offshore windparks,wie wirkt es auf die Meeresbewohner?Man weiß ja das Wale z.b.sehr lärmempfindlich sind,wie werden diese reagieren.Das alles steht in den Sternen.All dies ist nicht erforscht und es will scheinbar auch keiner wissen.Das kommt dann wieder zur Sprache wenn es zu spät ist.Dann wird Greenpeace wieder neu aufschreien.Und dann kommen wir zu den Preisen,alles muß ja finanzeiert werden.Schon jetzt ist Energie kaum noch bezahlbar ,wie soll das denn in Zukunft noch zu händeln sein.Ich zahle jetzt schon 50% mehr als vor 10 Jahren.Muß ich jetzt nur noch für meinen Energieverbrauch arbeiten?Dann hat sich für mich auch gleich das EHEC Problem gelöst,denn ich kann mir diese Gurke dann nicht mehr leisten.

    31.5.2011 um 08:54 Uhr · Antworten

  • Nachhilfe für die Bundesregierung

    Eine schwieirge Debatte.

    Ich glaube, die Regierung braucht dringend Nachhilfe. Im Verlaufe der zeit scheint sie zu lernen, es wurde ja einiges jetzt getan, was vorher nie denkbar war. Mal sehen, was die Zukunft so bringt.

    04.7.2011 um 19:30 Uhr · Antworten

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