VW-Roadshow für einen kleinen Schluckspecht

23. Oktober 2011 · von Wolfgang Lohbeck

Derzeit lassen es sich VW-Händler auf der Feier- und Ferieninsel Ibiza richtig gut gehen. Der Autohersteller hat geladen und fliegt einen Händler nach dem anderen auf die Insel – insgesamt rund 11.500 VWler (Zur Blog-Serie). Während Greenpeace-Aktivisten direkt in Ibiza Volkswagen weitere Male an seine Verantwortung in Sachen Klimaschutz erinnert, sind auch in Deutschland immer wieder Greenpeace-Aktivisten dort, wo Volkswagen auch ist. So bei einer Volkswagen-Roadshow in Hamburg:

Der Besuch von Darth Vader hatte VW und sein Promotion-Personal am Stand im Hamburger „Alstertal-Einkaufszentrum“ (AEZ) tatsächlich überrascht: Die Marketing- und Promotionshow mit ihren vier Unterabteilungen „wake- up!“, „style up!“, fashion up!“ und „Knutsch up!“ zur Bewerbung des neuen Automodell up! wurde aber plötzlich spannend, als der dunkle Unbekannte am Steuer eines der vier roten up!-Modelle saß und neben dem kleinen Banner „Volkswagen, not up! to date. Hoher Verbrauch, wenig Klimaschutz.“ aus dem Fenster winkte.

Die Einsatzkräfte der AEZ-Bewachungsmannschaften waren schnell zur Stelle und zeigten sich wenig nervenstark. Zehn Minuten später war die Polizei da, mit einer fünfköpfigen Besatzung. Es fragt sich angesichts einer freundlichen Aufklärung von Passanten über den hohen Spritverbrauch des up! zwar, warum diese Mannschaftsstärke. Andererseits waren wir aber ganz froh, dass der „starke“ Einsatz uns vor weiteren Übergriffen der Security schützte.

Greenpeace-Aktivisten am Stand der VW-Roadshow in Hamburg.

Greenpeace-Aktivisten am Stand der VW-Roadshow in Hamburg.

Die VW-Leute selbst waren an Diskussionen über Spritverbrauch und Klima zwar nicht interessiert, waren aber sichtlich verärgert, weil genau das die Themen sind, die ihnen ihre PR-Maschinerie verhageln können. Natürlich lullen sie lieber ein uninformiertes Publikum ein mit ihren „Knutsch up!“-Parolen und ähnlichem Schwachsinn, da können echte Informationen nur stören. Lieber verteilt man Gewinnpostkarten  als „Information“, anstatt dass man sich der Realität eines unzeitgemäß durstigen und schmutzigen Kleinwagens stellt.  Die VW-Spitze in Wolfsburg wird aber ein weiteres Mal feststellen, dass sie mit ihrer schönfärberischen Reklame über ein allzu durstiges Massenauto, mit dem ja bekanntlich die asiatischen Märkte überrollt werden sollen, nicht kritiklos durchkommt.

Nachtrag: Greenpeace ist zwar nicht mehr vor Ort, dafür findet ihr in unserem Videoclip eine Zusammenfassung von Volkswagens Ibiza-Sause.

Kommentare

  • Energiesparfuchs

    Welchen “Kraftstoffverbrauch” darf denn der “up” haben, damit er “umweltfreundlich” nach GP-Meinung ist, Herr Lohbeck ?

    23.10.2011 um 18:37 Uhr · Antworten

  • MA56

    Da Herr Lohbeck Feierabend vermutlich hat, werd ich mal antworten: Für Kleinstwagen, die neu auf den Markt geworfen werden, ist alles, was über 3 Liter Super geht, im Prinzip eine Zumutung. 4,5 bzw 4,7 Liter Super (Herstellerangabe, also vermutlich in der Realität etwas mehr) sind eine Freichheit. VW hat selber bewiesen, daß weniger als die Hälfte möglich ist. Scheinbar meinen sie es damit nicht wirklich Ernst, sondern belassen es bei den freundlichen Schlagzeilen diesbezüglich.
    Im Prinzip ist aber völlig egal, was der “Up” verbraucht. Viel interessanter ist doch, was Golf und Passat verbrauchen (meiner Meinung nach zu viel) Einen “Up” kauft man doch höchstens als Zweitwagen für die Stadt. Da allerdings wären Fahrzeuge mit E-Antrieb oder Brennstoffzelle viel sinnvoller.

    Grüße,
    MA56, VW-Diesel Fahrer

    23.10.2011 um 20:30 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      Warum nicht gleich in der Kampagne die Forderung nach BRENNSTOFFZELLE/E-Antrieb/Wasserstoff – klar und eindeutig für VW und seine potentiellen Kunden ??? Warum keine radikal “grüne Lösung” statt 3-Liter-Erdölauto ???
      Seit 2007 ist auch Herrn Lohbeck (als Mobilitätsexperten !!!) bekannt, dass der hier geschmähte “UP” des Herstellers mit dieser Technologie fahren könnte, siehe den Link hier http://ww2.autoscout24.de/studie/vw-space-up-blue/up-jetzt-auch-mit-brennstoffzelle/44275/58018/

      23.10.2011 um 22:53 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      MA56, ESF, Ihr habt ja recht. Ein UP mit E-Antrieb (Batterie oder Brennstoffzelle), wie VW ihn up 2012/2013 anbieten will, wäre genau das Richtige.
      Das sieht H. Lohbeck sicher anders, aber wen kümmert das?

      24.10.2011 um 00:49 Uhr · Antworten

      • MA56

        Was Herr Lohbeck davon hält kümmert mich garnicht so sehr. Herr Winterkorn ist interessanter…

        24.10.2011 um 02:22 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Doch, es ist sehr wohl von Interesse, was Hr. Lohbeck davon hält, denn er macht ja offensichtlich die GP-Mobilitätspolitik publik.
        Herr Winterkorn macht auf GP Energy. Windstrom-Elektrolyse-Methanisierung-BioCH4-Einspeisung ins Erdgasnetz. Anschließend erfolgt der “Verkauf” des Produktes an Audi A 3 TCNG-Kunden.
        Link: http://www.co2-handel.de/article341_16376.html
        Alles nur virtuell versteht sich, denn die eingespeiste Menge “Windgas” bekommt der Autofahrer an der Erdgastankstelle physisch nicht wieder heraus. Funktioniert in einem Erdgasnetz auch nicht. Auch das GP-Energy-”Windgas” bekommt der Hausbesitzer oder Mieter physisch nicht geliefert. Vielleicht landet es ja zufällig auch an einer Erdgastankstelle und ein A 3 TCNG verfährt es dann.
        Ich warte nur noch darauf, dass solcher energetischer Unsinn auch noch über den CO2-Zertifikatehandel subventioniert wird.
        Und es soll uns niemand mehr fragen: “Woher kommt der Wasserstoff für die Brennstoffzellen-PKW ?”, denn sowohl Audi als auch GP Energy produzieren ihn dann bereits.
        Wirkungsgrad:
        Erdgas-Turbomotor von Audi – max. 20 Prozent (Bestpunkt)
        Brennstoffzelle von VW (z.B. im “UP”) – max. 60 Prozent (auch Teillast)
        Das sagt doch alles über die “Energieeffizienz” von Audi/GP Energy aus, oder ??? Die gleiche Energiemenge reicht also statt für ein Auto gleich für drei Autos aus !!!

        24.10.2011 um 08:32 Uhr

      • MA56

        Über optimale Antriebe wird schon seit Jahrzehnten theoretisiert. Aber immer heisst es “ist in Planung” oder “kommt 20xx auf den Markt”. Das ist ja auch auf lange Sicht alles schön und richtig, aber es könnte halt schon längst Autos geben, die die Hälfte an Sprit brauchen, das ist das ärgerliche. Natürlich müssen wir uns nach Alternativen zum Erdöl umschauen, aber wenn wir mal ehrlich sind und uns nicht in die Tasche lügen wollen, werden Diesel und Superbenzin mindestens für die nächsten 20-30 Jahre noch die Hauptrolle spielen. Dass es vielleicht bessere Lösungen gäbe, streite ich ja garnicht ab.

        24.10.2011 um 10:54 Uhr

  • Bruno Straub

    GP war schon mal besser: Ein Auftritt mit nur 3 Greenpeacerinnen, einem “deplaziert” dreinblickenden Lohbeck, einem Darth Vader in Windjacke….
    keine Stormtrooper….. Noch nicht mal ein Beamer!!
    Sind Euch die Ideen ausgegangen?

    24.10.2011 um 01:04 Uhr · Antworten

  • MA56

    Autsch, Bruno, wir sind hier bei “Star Wars”. “Beamen” ist ein anderes Universum…

    24.10.2011 um 02:19 Uhr · Antworten

  • Alex

    Bevor das hier unsachlich ins Universum abdriftet, kann ich nur MA 56 beipflichten: es kommt darauf an, was die “Massefahrzeuge” verbrauchen. Ob ein Oldtimer, Bugatti oder anderes Nischenfahrzeug Schluckspechte sind, spielt global gesehen nur eine kleine Rolle. Interessant ist es bei den Mittelklassefahrzeugen, die fast bei jedem vor der Haustür stehen könnten. Dass die deutschen Fahrzeughersteller den Markt der verbrauchsarmen Kleinfahrzeuge verschlafen haben, ist wohl allgemeiner Konsens, denke ich. Auch dass die Spritkosten die nachsten Jahre ansteigen werden. Es geht also nicht nur ums Klima, sondern auch um den eigenen Geldbeutel.

    24.10.2011 um 08:20 Uhr · Antworten

  • MA55

    Das ist wieder TYPISCH Greenpeace.

    Die Fliegen die Leute von Greenpeace mehrere Stunden mit einer CO2 Schleuder über den Veranstaltungort in Ibiza und dann schimpfen Sie über einen Autohersteller.
    Ihr kennt doch den Spruch wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
    also nicht selber die Umweld mit dieser sinnlosen Aktion verpesten!!

    Was ist nur aus Greenpeace geworden.

    24.10.2011 um 09:15 Uhr · Antworten

    • MA56

      Wieso “geworden”? Greenpeace hat nie etwas anderes gemacht. Das ich das legitim finde, hatte ich ja bereits erwähnt. Ich freue mich aber, dass Du, liebe MA55, sttreng ökologisch lebst.

      PS: Vielen Dank, daß du dich an meinem Pseudonym orientierst, ich werte das als Zustimmung zu meinen Beiträgen.

      24.10.2011 um 10:35 Uhr · Antworten

    • Karl

      Man muss nicht fliegen, um nach Ibiza zu kommen [1]. Und selbst wenn sind die Auswirkungen von einem Flug im Vergleich zur Bedeutung der VW-Flotte wohl zu vernachlässigen.

      1. http://www.aferry.de/ibiza-f%C3%A4hre-faehren.htm

      01.11.2011 um 15:01 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Morgen geht die Welt wegen der “Klimagase” schon unter, aber GP kann ja noch 20-30 Jahre mit Diesel und Benzin fahren.
    Beim FCKW-freien Kühlschrank war GP noch konstruktiv – im Mobilitätsbereich ist, wie ich sehe, wenig zu erwarten.

    24.10.2011 um 20:11 Uhr · Antworten

    • Michse

      Und was würdest du von GP erwarten? Sollen sie eine eigene Forschungseinrichtung betreiben und Autos entwickeln?
      Das hat GP übrigens schon vor über 15 Jahren gezeigt:
      http://www.greenpeace.de/themen/verkehr/smile/artikel/smile_das_wichtigste_in_kuerze/

      GP alleine kann den notwendigen Wandeln nicht erreichen. Dazu ist nur die Autoindustrie in der Lage aber leider tut sie es nicht freiwillig.

      27.10.2011 um 12:01 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        GP muss einfach anerkennen, dass BioH2 und Brennstoffzellen eine starke Alternative zum jetzigen System sind und das gegenüber der Industrie auch so kommunizieren. Mehr verlangt ja niemand.
        Dann fordern auch die umweltbewußten Verbraucher das von den Herstellern ein, weil sie darauf aufmerksam geworden sind. So einfach ist das.

        27.10.2011 um 17:52 Uhr

      • MA56

        Brennstoffzellen sind ne tolle Sache, aber ich fürchte es gibt einfach generell zu wenig “umweltbewußte Verbraucher”. Daran scheiterts.

        27.10.2011 um 19:41 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Was glauben sie, wieviele umweltbewußte Verbraucher es gibt, wenn sie denen erzählen, dass BioH2 gegenüber Benzin/Diesel auf 100 km (ohne Steuern) viel weniger kostet:
        1,37 Euro/kg BioH2 bei einem Verbrauch von heute 0,79 bis 0,9 kg/100 km; später nur noch 0,3 kg/100 km = 0,40 Euro
        gegenüber 5 (Liter) x 0,90 Euro/l Diesel = 4,50 Euro
        Die Leute rennen GP glatt die Bude ein.
        Mehr Infos und eine Grafik dazu unter http://www.bio-wasserstoff.de/h2/Brennstoffzellen/Mobil/mobil.html

        27.10.2011 um 20:49 Uhr

      • MA56

        Mich brauchst du nicht zu überzeugen, ich halte Mineralöl als Antriebsmittel auch für überholt. Wasserstoff wird mit Sicherheit in Zukunft eine starke Rolle spielen. Allein.. ich fürchte, es wird noch dauern, die Masse der Konsumenten und die ENtscheider in der Industrie zu überzeugen. Aus purer Nächstenliebe werden die nicht umschwenken…

        27.10.2011 um 23:32 Uhr

      • MA56

        Ob die Preise aber so bleiben, wenn Wasserstoff ein wichtiger Energieträger wird, wage ich zu bezweifeln. Der Finanzminister sieht alles.

        27.10.2011 um 23:33 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Das mit den Preisen und Steuern ist doch eine Frage der Gestaltung des künftigen Finanzsystems. Niemand zwingt uns, dieses derzeitige Schuldgeld und die Zinsknechtschaft zu akzeptieren und so weiterzumachen, wie bisher.
        Realwirtschaft-Markt-Tausch von Waren und Dienstleistungen wird es weiter geben.
        Es gibt keine Finanzindustrie, denn die Banken und andere Mitspieler der Branche produzieren nichts. Deshalb sollten sie wieder zum Diener der Realwirtschaft werden. Dann ist es möglich, die Steuerlast drastisch zu senken. Es gibt mehrere Modelle dazu in der Diskussion.

        28.10.2011 um 08:42 Uhr

      • MA56

        Das klingt alles sehr gut und ich hätt bestimmt nix dagegen, allein: Ich glaub nicht an die große Revolution, die die Welt zu einem Paradies macht.

        28.10.2011 um 21:06 Uhr

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