Ausflug für die Aktivisten im Waldcamp: Am Dienstag Abend fand eine Informationsveranstaltung von Greenpeace für die Bürger in Lohr statt. Wir haben ihnen erklärt, warum wir im Wald sind: „Wir brauchen dringend Auskunft, wo sich die besonders wertvollen Bestände befinden, sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. Nur so können wir sicher gehen, dass diese Wälder ausreichend geschützt werden können.“ Neben Martin Kaiser waren auch Wald-Campaignerin Gesche Jürgens und Dr. Lutz Fähser, Forstdirektor i. R., auf dem Podium. Gesche Jürgens hat den Bürgern gezeigt, wie das Leben im Waldcamp abläuft. Lutz Fähser erklärte, dass sich nachhaltige Forstwirtschaft wirtschaftlich rentiert: “Nachhaltigkeit bedeutet erstens: Naturnähe. Dass man die Wälder möglichst naturnah gestaltet – in ihren Strukturen, in ihrer Dynamik und in ihren Funktionen. Möglichst dicht an der natürlichen Ausprägung, das ist für nachhaltige Bewirtschaftung die höchste Priorität. Das zweite ist: Suffizienz . Wenn man erntet, muss man sich darauf beschränken, möglichst nur so viel zu ernten wie das natürliche System von sich aus leisten könnte. Dass man sich begnügt und das System nicht überfordert. Und das dritte für den Wirtschafter selber: das Minimumprinzip. Das heißt, dass man alle Maßnahmen mit einem Minimum an Störungen, einem Minimum an Eingriffen realisiert.”
Martin Kaiser fasst seine Einschätzung des Abends zusammen:
“Unter den etwa 100 Gästen waren neben einigen Bürgerinnen und Bürgern viele Naturschützer und Forstleute. Eine angeregte Diskussion rankte sich um die Information über unser Wald-Monitoring sowie den politischen Rahmen unsere Buchenwälder-Kampagne. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen von unserem Gastredner Dr. Lutz Fähser, leitender Forstdirektor und ehemaliger Leiter des Stadtforstamts Lübeck, der vor allem Prinzipien einer wirklich naturnahen Waldwirtschaft skizzierte.
Neben der internationalen Verpflichtung, zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der forstlichen Nutzung zu nehmen, beschrieb Lutz Fähser ungenutzte Flächen als integralen Bestandteil eines Bewirtschaftungskonzepts, denn von diesen Flächen könne der Wirtschafter für die übrigen 90 Prozent seiner Flächen lernen. Lernen, wie ökostabile, an der potentiellen natürlichen Vegetation ausgerichtete Waldökosysteme durch natürliche Prozessen optimiert werden können. Durch eingriffsminimierte Bewirtschaftung werden hohe Biomasse-Vorräte in den Wäldern geschaffen. Diese Vorräte sind die Voraussetzung für Arten- und Klimaschutz im Wald.
Große Kontroverse unter den Anwesenden entfachte sich gestern Abend um die Eichenwirtschaft im Spessart. Kulturell bedingt und höchst profitabel, ist sie aber ökologisch naturfern und arbeitet in grober Weise gegen die natürlichen Prozesse von Wald-Ökosystemen. Die alten Eichen jedoch sind auch für den Schutz spezieller Arten von großer Bedeutung. Das hat zum einen mit dem vergleichsweise sehr hohen Alter der Bäume zu tun, die auch im Wirtschaftsbetrieb zugelassen werden (im Gegensatz zur Buche, die der Vorstand der BaySF zukünftig nicht mehr alt werden lassen will) sowie der speziellen Biochemie des Eichenholzes.
Dr. Lutz Fähser brachte es sehr gut auf den Punkt, indem er sagte, dass für die so praktizierte Eichenwirtschaft nicht die ‚Naturnähe’ in Anspruch genommen werden dürfe, sondern die ‚naturferne Forstwirtschaft’. Um die Diskussion zukünftig besser zu führen, sollten die Konzepte klar getrennt werden in wirklich naturnaher und nachhaltiger Waldwirtschaft auf der einen Seite und einer aus kulturellen oder Einzelartenschutz gewünschten Eichenwirtschaft auf der anderen Seite. Dann müsse es einen gesellschaftlichen Diskussionsprozess darüber geben, wie viel Fläche einer naturfernen Methode eingeräumt wird.
Völlig unverständlich ist es allerdings für mich, in einer Phase der Blockade von Seiten des Vorstandsvorsitzenden der BaySF und des bayerischen Forstministers Brunners, zehn Prozent der Bürgerwälder aus der Nutzung zu nehmen, gleichzeitig – laut BaySF-eigenen Waldbaugrundsätzen – alte Buchenwälder für Eichensaatflächen oder Profit herunter klopfen zu wollen. Hier muss ein sofortiger Einschlagstopp solange her, bis klar ist, wo zehn Prozent in großen Flächen über 1.000 bzw. 5.000 ha aus der Nutzung genommen sind. Die Phase des Einschlagstopps könnte dann genutzt werden, um mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren, wo Flächen ohne forstliche Nutzung dauerhaft und gesetzlich geschützt werden sollen, wo eine ökologische Waldnutzung stattfindet und wo und wie kulturhistorisch bedingte, naturferne Nutzungsformen ihren Platz finden sollen.
Nachdem ich vor vielen Jahren in Bayern(!) ein Forststudium in dem Wissen absolviert habe, dass Ökologie die Grundlage eines Waldbauers sein muss, bin ich entsetzt, wie rückständig der Vorstand der BaySF in all diesen Fragen geworden ist. Statt Vorbild zu sein, ignoriert er die bayerische Forstgeschichte und verspielt unsere Wald-Zukunft im Bürgerwald!”
Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer Blogreihe lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen. Ihr könnt auch selbst einen Beitrag dazu leisten, den Wald zu schützen und bei unserer Protestmailaktion mitmachen!
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Energiesparfuchs
Diskutiert doch erst mal die Argumente aus dem letzten Blog aus, bevor ihr gleich die nächste “Sau” durch das ‘Dorf treibt. Ihr habt die aufgeworfenen Fragen nicht beantwortet.
15.2.2012 um 21:23 Uhr ·
Waldfreund
@Greenpeace
Hier wird erneut mit negativ besetzen Bgrifflichkeiten wie z. B. “höchst profitabel, ökologisch naturferne Nutzungsmethode, wegen Profitdenkens werden alten Buchen heruntergeklopft” ein Bild gezeichnet, welches mit der Wirklichkeit m. E. nur wenig zu tun hat.
So wie der “Energiefuchs” würde ich mich über die Beantwortung verschiedenster Fragen aus dem letzten Blog freuen.
Wenn ich mir vorstelle, wo es wirklich “grosse Baustellen” in der deutschen Forst -
wirtschaft gibt (siehe letzte Blogbeiträge), dann verstehe ich das GP – Engagement
im Spessart nicht.
GP hat wirklich gute und wichtige Aktionen im Bereich des Umweltschutzes geleistet für die ich durchaus Sympathie und Anerkennung empfinde. Aber mit dieser Aktion liegt GP daneben.
15.2.2012 um 22:26 Uhr ·
Michse
@Waldfreund
Das mit dem Antworten ist nicht so einfach weil man sich hier leider erstmal durch Unmengen von Beträgen von Leuten arbeiten muss die nicht an einer vernünftigen Diskussion interessiert sind sondern vermutlich GP nur schaden wollen.
Wenn man sich den von ihnen gewählten Namen im Zusammenhang mit ihren Beiträge ansieht könnte man sich auch fragen was ihre Intention ist.
17.2.2012 um 11:24 Uhr ·
jennerwein
@greenpeace:
Was die Damen und Herren von Greenpeace betreiben ist meines Erachtens nach eine aggresive teilweise populistische Kampagne, die nur zum Ziel hat, dem öffentlichen Ansehen der BaySf zu schaden.
1.Ihre Forderung den Spessart unter Schutz zu stellen begründen sie mit den Beschlüssen der Nationalen Biodiverstitätsstrategie. Ich gestehe ihnen zu das dies demokratisch beschlossen wurde. Dies hat die Bayrische Staatsregierung zur Kenntnis genommen und berücksichtigt. Bayern ist nicht verpflichtet diese Forderung der’NBS 1:1 zu übernehmen. Dies ist laut Verfassung auch überhaupt nicht nötig. Die Staatsregierung hat es vorgezogen seine eigene Biodiversitätsstrategie zu entwickeln. Greenpeace fährt kreuz und quer durch die Welt fordert zu recht mehr Demokratie in allen Ländern der Erde. Jedoch fordere ich sie auf, die Demokratie und Verfassung der BRD anzuerkennen und diese nicht mit populistischer Totschlagargumentierung a la GP zu untergraben. Ihre Form der Meinungsmache fällt mir hier definitiv zu radikal aus. Was Greenpeace betreibt ist eine unhaltbare Form der Schwarzmalerei. Die BaySf wird als Klassenfeind dargestellt, welcher nur nach den Regeln der Marktwirtschaft agiert. Ich verweise auf das Rechnungsbeispiel von Waldfreund, in dem er die Renditen der BaySf mit den Forstbetrieben ihrer FSC zertifizierten Plantagen vergleicht. Wäre die BaySf Renditenorientiert, und nicht an den ökologischen Auswirkungen ihres Handelns interessiert, würde sie das FFH- Flächenverschlechterungsverbot ignorieren, schön Douglasien und Fichten in Reihen Pflanzen,denn eins ist FAkt diese Baumarten brauchen keine 100 Jahre um erste Wirtschaftliche Erträge zu erzeugen. Hinzukommt die Tatsache, dass ich als Wirtschafter schön mit dem Harvester durch meine Reihenpflanzung fahren KÖNNTE und noch dabei Waldarbeiterkosten einspare. Ich kann ihnen versichern, kein vernünftiger Mensch und schon garkein Förster denkt so. Hören sie auf mit dieser Mär vom bösen Förster der ausschließlich auf den Profit fixiert ist.
2. Martin Kaiser sagt öffentlich, die waldbauliche Ausbildung hätte sein ökologisches Gesicht über Bord geworfen. Für den Durchschnittsdeutschen hört sich das immer gut an. 98% der Deutschen wissen nichtmal was Waldbau ist. In der Hoffnung, dass ein minimaler Prozentsatz der Deutschen Leser diesen Beitrag liest, behaupte ich das Gegenteil. Ich behaupte, dass die ökologische Ausbildung der deutschen Waldbauern besser ist als vor 20 Jahren. Dies ist logisch. Es wurden viele Forschungen an den Fachhochschulen und Universitäten betrieben, sodass komplexe Ökologische Zusammenhänge erst jetzt verstanden werden. Desweiteren wurden neue bodenschonendere Holzernteverfahren entwickelt, um unsere Umwelt (Luft, Biodiesel, Gleitschutzketten, Bodenlaufwägen, Breitbereifung etc pp) immer weiter zu entlasten. Die Arbeitsgruppe “Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft” tritt mit ihren Grundsätzen für eine naturnahe Waldbewirtschaftung ein, welche die natürlichen Prozesse der Wälder berücksichtigt und in ihre Ideen integriert. Diese Professoren, Doktoren Förstern haben waldbauliche Meilensteine gesetzt, welche durch eine einzige Aussage Martin Kaisers zerstört werden sollen. Dies kann und werde ich nicht so hinnehmen. Desweiteren will ich sagen, dass Martin Kaiser nicht der waldbauliche Dreh-und Angelpunkt der Weltgeschichte ist. Es ist nicht derjenige im Recht der am lautesten kräht. Vielmehr ist derjenige im Vorteil, welcher die besseren Argumente vorbringt. GP kurbelt seit Tagen die gleiche Leier von der CO² senke und dem kohlenstoffspeicher und der bösen “profitorientierten” baysf runter, währen sich Fachleute hier den Mund fusselig reden, um ihre Schnellschüsse aus den Yps- Heften des Naturschutzes fachlich Farbe zu geben.
Auf fachbezogene Daten wird mit Schweigen, Totschlagargumenten oder mit dem Salomonischen Ausführungen ihres Waldbauprofis Martin Kaiser reagiert. Wieso antwortet ihre Waldexpertin Gesche Jürgens nicht auf so fachbezogene Fragen wie Rendite und wirtschaftliche Fragen. (Ich warte immer noch auf die Antwort meiner Frage, welche Fachliche Reputation Frau Jürgens vorzuweisen hat).
Ich wiederhole meine These. Eine Herzoperation wird auch nicht von Krankenschwestern sondern vom Chefarzt und seinen Assistenzärzten durchgeführt.
Die Professionalität, welche sie von der BaySf fordern, bringen sie bei weitem selber nicht zu stande. Sie stellen sich mit ungeschulten Personal in die Kamera erzählen der Republik unsachliche Thesen und die böse Mär vom Waldkiller BaySf?
Ihre Aktivisten erzählen rotzfrech vor laufender Kamera von Nachhaltigkeit, Rohstoff und Ressourcenschonung während sie im gleichen Atemzug in Marmotzelten aus Kunststofffasern stehen oder Goretex Regenjacken anziehen, welche aus Erdöl sind… Warum schlafen die Naturschützer nicht in alternativen Behausungen? Als alter Pfadfinder kann ich ihnen wärmstens eine Wanderkohte aus 100% ökologisch abbaubaren Segeltuch empfehlen…
GP kann sich zu Recht viele Umweltpolitische Siege auf die Fahnen schreiben und auch stolz darauf sein. Aber die aktuelle Aktion läuft einseitig, stimmungsmachend und in meinen Augen unsachlich ab.
16.2.2012 um 10:45 Uhr ·
Michse
@jennerwein
“Was die Damen und Herren von Greenpeace betreiben ist meines Erachtens nach eine aggresive teilweise populistische Kampagne, die nur zum Ziel hat, dem öffentlichen Ansehen der BaySf zu schaden.”
Warum sollte GP “nur” schaden wollen? Sie sollten sich vielleicht besser über GP informieren.
“Jedoch fordere ich sie auf, die Demokratie und Verfassung der BRD anzuerkennen und diese nicht mit populistischer Totschlagargumentierung a la GP zu untergraben.”
Ich habe zur Zeit nicht viel vertrauen in unsere “Demokratie” Der Einfluss von gesellschaftsfeindlichen Kräften ist leider zu stark. Wir sollten schon ein Auge auf die Taten unserer Regierung haben
“…behaupte ich das Gegenteil. Ich behaupte, dass die ökologische Ausbildung der deutschen Waldbauern besser ist als vor 20 Jahren.”
Martin Kaiser hat hier nicht die Ausbildung kritisiert sondern die Umsetzung durch den Vorstand der BaySF.
“Ich wiederhole meine These. Eine Herzoperation wird auch nicht von Krankenschwestern sondern vom Chefarzt und seinen Assistenzärzten durchgeführt.”
Diese “Krankenschwester” führt aber keine Herzoperation durch sondern kritisiert die Motivation und die Durchführung des “Arztes”.
“Die Professionalität, welche sie von der BaySf fordern, bringen sie bei weitem selber nicht zu stande.”
GP ist auch nicht derart Marktwirtschaftlich orientiert sondern am Gemeinwohl interessiert.
“Ihre Aktivisten erzählen rotzfrech vor laufender Kamera von Nachhaltigkeit, Rohstoff und Ressourcenschonung während sie im gleichen Atemzug in Marmotzelten aus Kunststofffasern stehen oder Goretex Regenjacken anziehen, welche aus Erdöl sind…”
Ja man kann beliebig nachhaltiger sein bis zu einem Punkt wo man seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Diese Argumentation hängt mir schon zum Hals raus. Ja GP nutzt auch benzinverbrauchende Autos oder Computer…
17.2.2012 um 12:12 Uhr ·
jennerwein
@michse:
Oha, da erscheint mir aber jemand sehr dünnhäutig im Bezug auf fachliche unterfütterte Kritik.
Ich fange gleich an mit ihrem erschütterten Vertrauen in die Demokratie. Ich gehe mit ihnen teilweise überein, dass vereinzelte Entwicklungen nicht immer vertrauensfördernd waren. (Verwicklung von Großunternehmen in pol. Entscheidungen, Bundespräsident Wulf etc. pp.) Jedoch bin ich nach wie vor, der festen Überzeugung, dass Deutschland über eines der demokratischsten Systeme weltweit verfügt. Wenn sie so denken tut mir das wirklich leid. Wäre die Regierung des Freistaats Bayern an einer maximalen Rendite interessiert, wäre es doch aus wirtschaftlicher Sicht am sinnvollsten, auf Bestandesschonende Holzernte sowie die Umweltschutzregularien und Zertifizierungen zu verzichten. Warum tut sie das nicht. Der Naturschutz ist als Kontrollgremium von höchster Bedeutung für die Schutzbemühungen der Bayrischen Staatsregierung. Viele wichtige Schutzmaßnahmen können sich die Naturschützer auf die Fahne schreiben, welche der Forstwirtschaft sicherlich nicht immer geschmeckt haben. Aber sie wurden als politische Entscheidung akzeptiert. Bayern hat eine Entscheidung getroffen und das einhergehend mit der Verfassung.
Diese “promovierte” Waldexpertin (Pol. Wissenschaften) veröffentlichte mehrfach völlig falsche Aussagen, welche fachlich absolut falsch und negativ besetzt waren. Dies ist Fakt und kann so nicht stehen gelassen werden. Dies kann in einer öffentlichen Diskussion wie dieser nicht der Fall sein. Wäre sie fachlich informiert gewesen, und hätte sachlich richtig argumentiert wären hier viele Blog- Einträge überhaupt nicht so hochgekocht. Wie schon der “Weimaraner” schrieb, versteht sich Gesche Jürgens vorzüglich darauf, die öffentlichkeitswirksamen Mittel zu nutzen, um ihre Meinung bestmöglich zu positionieren. Dies gelingt ihr aber nur teilweise, da sie ihr fachliches Wissen fehlt. Dies wird aber durch professionelles Politmarketing der Ideale von GP vertuscht. Ob dies der richtige demokratische Ansatz ist wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Soviel lernt man sogar als Förster… (Ja moderne Förster belegen Politikfächer in ihrem Studium…)
Es ist völlig egal, ob Greenpeace an öffentlichen Gemeinwohl interessiert oder ein profitorientiertes Unternehmen ist. Gerade eine Organisation wie GP, deren Strategie darauf beruht durch Provokation und Kampagnen auf Missstände aufmerksam macht, sollte in der Lage sein, auf Fachdiskussion schnellstmöglich und vor allem fachlich korrekt zu reagieren. Dies sollte im Interesse des Vorstandes liegen, denn so wird eine bestmögliche Diskussionsgrundlage geschaffen.
Die Sache mit den Zelten und der Nachhaltigkeit, kriegt GP sicherlich öfters zu hören.. Aber von der Hand zu weisen ist es nicht. Wer von der Gesellschaft Dinge wie Nachhaltigkeit in allen Bereichen fordert, sollte schon soweit wie möglich versuchen, Ölprodukte durch ökologisch höherwertige zu ersetzen. Ich kann sie beruhigen. Dass sieht nicht gleich nach Birkenstock und Müsli aus. Die schwedische Firma Klättermusen hat sich darauf spezialisiert hochwertigste Outdoorprodukte zu produzieren, welche sie aus alten Schleppnetzen etc.pp recyceln. Das auch hier Erdöl verbraucht wurde, ist bekannt jedoch wurden diese Produkte im Rahmen einer Kaskadennutzung mehrfach benutzt und somit ökologisch aufgewertet. Evtl erkennen sie auch beim studieren der geforderten Preise, dass Recycling, Umweltschutz und Ökologie zu Recht ihren Preis hat…
Was meinen sie, wie mich die gebetsmühlenartige Wiederholung der teilweise falschen Fakten der GP-Aktivisten nervt. Das wird sie auch relativ wenig interesieren.
PS:Zu ihrer wenig förderlichen Interpretation des Web-Namens von unserem “Waldfreund”, verweise ich mit einem Augenzwinkern auf diesen Link http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/index.php/Galadriel auf Userin “galadriel”… Das dieser Name im Land der Märchen und Sagen Verwendung findet deute ich mit Rücksicht auf den weiteren Blogverlauf hierbei mal nicht…
17.2.2012 um 15:28 Uhr
Waldfreund
@ jennerwein
Wohl wahr! Ihrer Stellungnahme schließe ich mich vollinhaltich an.
Zu dem zweifelsfrei kompetenten Gastreferenten von Greenpeace (GP – Veranstaltung in Lohr), Herrn Dr. Lutz Fähser, und seinem wirklich nachdenkenswerten und anerkannten Leistungen, erlaube ich mir im Zusammenhang mit der so “umweltschädlichen” energetischen Nutzung von Holz eine Anmerkung:
Bei meinem Versuch mich im Internet über den wirklich interessanten Lübecker Forstbetrieb etwas “schlauer” zu machen, bin ich darauf gestoßen, dass das Biomasseheizwerk des dortigen Hochschulstadtteiles mit Holz aus dem Bereich der Lübecker Forsten beliefert wird.
Der Lübecker Forstbetrieb ist ausweislich nach FSC und Naturland zertifiziert.
Anscheinend sind sich in diesem Punkt Hr. Dr. Fähser und Greenpeace nicht ganz einig über die Sinnhaftigkeit der energetischen Nutzung von Holz (Stichwort: CO2 – Senke).
Es freut mich um so mehr, wenn ein so auch von GP geschätzter Forstmann wie Herr Dr. Fähser, die energetische Nutzung von Holz nicht wie GP von vornherein mit seinem “Bannstrahl” belegt hat.
16.2.2012 um 13:13 Uhr ·
Sara Westerhaus
@ alle: Wir freuen uns über Diskussionen und Kommentare und versuchen, alle Fragen und Argumente zeitnah zu beantworten. Insbesondere, da unsere Campaigner oft im Spessart unterwegs sind, sich mit Anwohnern und Interessierten austauschen, können sie nicht sofort detalliert auf alle Fragen eingehen, so dass es manchmal etwas dauern kann. Bitte habt Verständnis dafür.
16.2.2012 um 14:14 Uhr ·
jennerwein
@gp: Ihren Versuch einer Entschuldigung in Ehren, jedoch sehe ich hier gleich wieder einen Ansatz für Kritik! Sie fordern Geduld bei den Bloggern für eine herausgabe von wenigen Informationen? Im gleichen Atemzug verurteilen sie die BaySf dafür, dass sie nicht schnell genug mit den von ihnen geforderten Daten und Zahlen ums Eck kommt. Sie sollten ernsthaft ihr Verhalten gegenüber den Sachbearbeitern überdenken, die wegen ihrer Kampagne mit Sicherheit bis über beide Ohren in der Arbeit stecken! Anschließend erzählen sie in der Öffentlichkeit, die BaySf weigert sich bei der Herausgabe der Infos… Die der GP-Aktion kritisch gegenüber stehen, behaupten schließlich auch nicht das sie keine Fakten herausgeben ( Reputation ihrer Frau Jürgens, Rendite, Energieholznutzung im FSC- zertifizierten Stadtwald lübeck)…
16.2.2012 um 14:38 Uhr ·
Galadriel
Was soll dieses dauerhafte rumreiten auf der fachlichen Reputation von Frau Jürgens? Ich kenne Frau Jürgens nicht und weiß nicht, welche Ausbildung sie hat, aber ich bin überzeugt davon, dass man sich in ein Thema einarbeiten kann und sich sehr gut damit auskennt, ohne dass man dazu ein abgeschlossenes Hochschulstudium hat. Nur weil man irgendeine Ausbildung absolviert hat, ist man damit noch lange kein Fachmann in diesem Thema. Das hat doch z.B. die Bankenkrise bewiesen; die Leute, die die vielen Banken in den Sand gesetzt haben, waren alles ausgebildete Banker
16.2.2012 um 19:56 Uhr ·
Sara Westerhaus
@alle Norbert Panek hat ein Gutachten im Auftrag von Greenpeace angefertigt. Diese Studie “Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen” könnt ihr hier abrufen:
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/waelder/Studie_Buchenwaelder_April_2011.pdf
Sie befasst sich u.a. mit dem internationalen und nationalen Bestand und
Schutzstatus der Rotbuchenwälder, den Rahmenbedingungen für ein Schutz- und Nutzungskonzept und einer Analyse der Kulissen und Identifizierung der Handlungsräume. Dort werden viele eurer Fragen ausführlich beantwortet.
16.2.2012 um 17:33 Uhr ·
Weimaraner
@ jennerwein
Einmal kurz Google bemühen und man findet meist sehr schnell heraus welche Reputation bzw. welchen Hintergrund sein Gegenüber hat, dem Internet sei Dank…
Bei Frau Jürgens findet sich ein Abschluss in vergleichender Politikwissenschaft an der Universität in Köln. http://www.vergl-polwiss.uni-koeln.de/10643.html
@ Galdriel
Ich stimme Ihnen zu, dass man sich in ein Thema zumindest in den Grundsätzen sicher auch ohne Studium einarbeiten kann aber es muss schon die Frage gestattet sein ob jemand der als “Experte” für eine Thematik ausgewiesen wird jemals in Ausbildung oder beruflicher Praxis mit eben dieser Thematik zu tun hatte.
Ein Urteil erlaube ich mir hier nicht, da ich zu wenig über die Person weiss aber man verzeihe mir dass sich mir der Verdacht aufdrängt die fachliche Kompetenz beschränkt sich auf die Kerninhalte des Studiums, die professionelle Beeinflussung öffentlicher Meinungen…
16.2.2012 um 22:43 Uhr ·
Bruno Straub
Professionelle Beeinflussung öffentlicher Meinungen…???
Dann hat Gesche doch für ihren Job die perfekte Ausbildung. Gesche ist Kampaigner, (in diesem Fall für Feld, Wald und Wiesen). Ein Kampaigner ersinnt Kampagnen, er gestaltet sie, er führt sie durch.
Beispiel: Wer ist auf die grandiose Idee gekommen, diese Aktion mit doch mehr als zweifelhaftem wissenschaftlichen Nutzwert “ins Leben zu rufen”? War es Gesche?. Dann alle Hochachtung! Wessen Idee war es, das Ganze als “Waldcamp” aufzuziehen, statt in einem Gasthof zu logieren? Gesches-? Der Frau sollte man einen Bonus zahlen!! Usw…
17.2.2012 um 23:38 Uhr ·
Bruno Straub
…oder die Idee, ein paar der Aktivisten in diese gelben, von den Schlauchbootfahrern ausgeliehenen Schwimmanzüge zu stecken…. Aktion! Gefahr! Opfer! Liefert schöne Bilder! Herrliches Kostüm! Sehr gute Idee!
(Vielleicht die Arbeitskleidung der Zukunft für die echten Waldarbeiter, um die Zahl der Erfrorenen zu reduzieren?)
20.2.2012 um 01:13 Uhr ·
Waldfreund
@Michse
Ich finde es gut, dass Sie /Ihr daran arbeitet, Ihre/Eure Argumentation mit Fakten zu unterfüttern. Dass das viel Arbeit und Recherche ist kann ich mir gut vorstellen,
Mitleid dafür ist von Seiten der Kritiker Eurer GP – Aktion aber sicherlich nicht zu erwarten. “Wer sich in die Nähe des Feuers begibt muss mit Hitze rechnen”
Haben Sie vielleicht eine Vorstellung, was Ihre Aktion vielleicht an Arbeit in der Baysf und den Betroffenen vor Ort ausgelöst hat? .
Ich finde es nett von Ihnen, dass Sie sich über den WALDFREUND und seine Intention Gedanken machen. Als Sympathiesant vieler GP – Aktionen bin ich jedoch hier der Meinung, dass Sie hier mit Ihren Forderungen deutlich über das Ziel hinaus schießen. Waldschutz geht auch anders als mit Totalschutz.
17.2.2012 um 12:42 Uhr ·
Waldfreund
@Michse
Noch eine Ergänzung zu meinem letzten Kommentar:
Ich ersetze das Wort “Totalschutz” durch 10% – igen Totalschutz.
Ich finde es im Übrigen ganz einfach nicht fair, wie GP mit negativ besetzten Schlagwörtern wie “Kahlschlag, Profiteorientierung, etc.pp” hantiert oder mit echter oder scheinbarer Expertise Dinge beurteilt oder verurteilt, die man einfach so nicht stehen lassen kann.
M. E. läuft GP wirkich Gefahr, an Glaubwürdigkeit einzubüßen -. das will ich nicht!
Ich empfände das im Gegenteil für außerordentlich schade!
17.2.2012 um 14:10 Uhr ·
Solana
Ich bin tief enttäuscht von dieser Aktion, der Argumentation (z.B. es wird mehr Holz geerntet – es wächst ja auch mehr zu! Buchenwälder sind besonders artenreich…?!) und der Aufmerksamkeit die dies im Vergleich zu dringenderen Themen bekommt, für die Greenpeace sich einsetzt(e).
Ich werde meinen Mitgliedsbeitrag an GP einstellen und in wichtigere Projekte investieren.
17.2.2012 um 23:54 Uhr ·
supiflo
Wetten, du warst nie Mitglied?
18.2.2012 um 02:41 Uhr ·
Solana
Ja, lass uns wetten
18.2.2012 um 10:46 Uhr