Die CO2-Emissionen der Fahrzeugflotte sind für die Klimaverantwortung des VW-Konzerns von zentraler Bedeutung. Cirka 80 Prozent der klimaschädlichen Emissionen werden während der etwa zehnjährigen Nutzungsdauer eines Fahrzeugs ausgestoßen – 20 Prozent entstehen bei der Produktion, Vertrieb und Recycling. Greenpeace forderte im Briefwechsel von VW-Chef Winterkorn wiederholt eine Verbrauchsreduzierung der Neuwagenflotte.
Wie hoch die klimaschädlichen Emissionen börsennotierter Konzerne sind, erhebt das Carbon Disclosure Project. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Transparenz beim Ausstoß von Treibhausgasen zu schaffen. Dafür sammelt das Projekt Informationen zu Emissionen, Klimarisiken sowie Reduktionszielen und -strategien der Konzerne. Anhand von standardisierten Fragebögen werden die Daten in öffentlichen Berichten online zur Verfügung gestellt. Ob die Daten der Konzerne stimmen, überprüft das Projekt nicht.
Zwischen den deutschen Automobilkonzernen gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Während BMW und Daimler entsprechend der festgelegten Vorgaben die Fahrzeugemissionen über die Nutzungsdauer von 150.000 km angeben, bezog Volkswagen seine Emissionen 2010 nur auf die durchschnittliche Fahrstrecke von 15.000 km in einem Jahr.

Angaben beim Carbon Disclosure Project: CO2-Ausstoß der produzierten Neufahrzeuge (Nutzungsdauer 150.000 km)
Diese irreführenden Angaben hat Greenpeace bei internen Gesprächen mit den Verantwortlichen von Volkswagen wiederholt kritisiert. Erst hieß es, wir sollten den kommenden Bericht abwarten. Dann schrieb man uns, dass die Bilanzierung transparent geschieht und jeder die Werte unproblematisch auf den Lebenszyklus hochrechnen könnte. Auf unsere Kritik, die Angaben seien zwar transparent, aber trotzdem falsch, folgte dann die schriftliche Zusicherung, man wolle in Zukunft die Fahrzeugemissionen über den volle Fahrzeug-Nutzungsdauer von 10 Jahren (150.000 km) anzugeben.
„Details not publicly available“ (nicht für die Öffentlichkeit bestimmt) - so klassifiziert Volkswagen den CO2-Bericht für 2012. Bei BMW und Daimler ist die Darstellung öffentlich – wie zuvor in dem Berichtsjahr 2010. Und die Angaben von Volkswagen? Der Bericht ist gesperrt. Auf Nachfrage beim Carbon Disclosure Projekt heißt es, dass es sie auch überrascht hätte. VW hätte bisher alle Berichte öffentlich gemacht.

Steigende Klimaverantwortung: CO2-Ausstoß der produzierten Neufahrzeuge des VW-Konzerns (Nutzungsdauer 150.000 km)
War der Konzernleitung vielleicht die Menge der zu verantwortenden Treibhausgase selbst nicht geheuer? Die CO2-Daten für die Öffentlichkeit zu sperren, ist das Gegenteil von Klimaverantwortung. Bereits bei der Vorstellung des Golf 7 haben wir einen transparenten Umgang mit Zahlen gefordert. Dabei hat sich Volkswagen zum Ziel gesetzt, Nummer 1 in Sachen Nachhaltigkeit zu werden. Ehrlicher Klimaschutz fängt mit Transparenz an.
Herr Winterkorn, stehen Sie zu Ihrer Klimaverantwortung. Veröffentlichen Sie die CO2-Daten des VW-Konzerns.
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Karina
So eine verlogene Firmenpolitik. Unglaublich! Da preist sich VW selbst als nachhaltiger Konzern und steht noch nicht einmal zu seinem selbst verursachten CO2-Ausstoß.
09.10.2012 um 21:28 Uhr ·