Kaputt

12. Juli 2012

In den 1980er Jahren, als japanische Autos auf den europäischen Markt kamen, wurde an meiner Berufsschule, der Gewerbeschule für Kraftfahrzeugtechnik, in den Pausen heiß diskutiert: Diese „Reiskocher“ hätten keine lange Lebensdauer. Es wurde über Sollbruchstellen und sonstige technische Kniffe gemunkelt, die die Autos schnell kaputtgehen lassen. Ob das eine Art Verschwörungstheorie oder sogar ein gestreutes Gerücht der europäischen Hersteller war, lässt sich leider nicht mehr feststellen.

Eine ähnliche Diskussion findet gerade wieder statt und der Begriff „Obsoleszenz“ breitet sich aus.

Obso-was?

Das Adjektiv „obsolet“ = „nicht mehr gebräuchlich“ kann man (muss aber nicht) kennen und „Obsoleszenz“ = „Die Veralterung eines Produktes“ ist das dazugehörige Substantiv. Der „Duden“ schreibt, dass dieses Wort selten oder gar nicht belegt ist. Ich wette, dass sich das demnächst ändern wird.

Als Einstieg ins Thema eignet sich, wie so oft, der dazugehörige Wikipedia-Artikel mit einigen interessanten Links. Artikel zu aktuellen Fragen und Fällen gibt es inzwischen einige. In der Online-Ausgabe des Münchner Merkur steht, dass „Unternehmen künstliche Schwachstelle in Produkte“ einbauen und das Greenpeace Magazin schreibt, dass Hersteller Sollbruchstellen einbauen, damit Produkte schneller kaputtgehen.

Ein Interview mit dem Betreiber der Seite Murks? Nein, danke ist in der taz erschienen und in unserer Kampagnen-Community GreenAction gibt es eine Aktion dazu.

Müll, Müll Müll

Am Mittwoch, 18.07.2012, 20:15 Uhr wird der Film

SCHMEISS WEG, KAUF NEU! WARUM NICHT MEHR REPARIERT WIRD

im SWR gezeigt. In Deutschland fallen jedes Jahr 700.000 Tonnen Elektroschrott an, ein Müllberg so schwer wie zehn Millionen Waschmaschinen, nur weitaus größer. Alles Geräte, die irgendwo auf der Welt mühsam hergestellt wurden, teils zu Billiglöhnen und unter erheblicher Belastung der Umwelt. Die Filmemacher fragen: Aber warum werden sie dann nicht repariert? Weitere Sendetermine gibt es  auf der Seite des SWR und auf der Seite von Pier 53 Filmproduktion.

Repariert wird allerdings schon noch, aber eben nicht mehr von oder über die Herstellerfirmen, das Thema „Reparatur“ wird neu entdeckt. Selbsthilfewerkstätten existieren ja schon länger, aber sie waren meistens für Auto- oder Motorradfahrer. Ein Bericht zu „Reparieren statt Wegwerfen“ war in der ARD-Sendung „plusminus“ zu sehen, der Text zur Sendung ist online.

GreenAction & warum Greenpeace nicht zu allen Umweltthemen arbeitet

22. März 2012

Die Kolleginnen und Kollegen, die in Brief- und Telefoncenter für den Förderer-Service arbeiten,
finden, dass GreenAction eine tolle Sache ist. In dieser Kampagnen-Community kann jede und jeder aktiv werden und mitmachen.

Wir haben nämlich immer wieder Probleme mit den von uns sogenannten Randthemen.

Zu welchen Themen wir arbeiten, ist auf unserer Webseite nach zu lesen.

Wir stehen  zu unserer Strategie und zu unserer Arbeitsweise: Greenpeace bringt durch Aktionen ein Thema in die Öffentlichkeit mit dem Ziel, Umweltsünder zur Stellungnahme und schließlich zur Verhaltensänderung zu bewegen. Aktionen sind konfrontativ und so sind sie auch gemeint.

Der Anlass sind aber immer ganz konkrete Missstände. Nun gibt es ja leider genügend Umweltprobleme und alle sind sie wichtig. Wir freuen uns auch über das Vertrauen, aber wir können beim besten Willen nicht überall sein und zu allen Themen arbeiten. Und an den Rändern unserer Themen gibt es immer wieder Grauzonen, zu denen wir auch nicht arbeiten.

Das geht schon los bei einem wichtigen Unterschied zu anderen Umweltorganisationen (deren Arbeit wir sehr schätzen!). Greenpeace ist international und auch unsere Themen sind es. Oft „übersetzen“ wir die  Themen in europäische oder nationale Zusammenhänge, um den Menschen hier vor Ort die Auswirkungen deutlich  zu machen.

Umweltschutzorganisationen, Bürgerinitiativen und Greenpeace arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Mitteln, aber Hand in Hand für umweltpolitisch sinnvolle Lösungen.

Allerdings arbeiten wir nicht zu regionalen Themen. Sogar unsere aktuelle Kampagne zu den Buchenwäldern im Spessart ist in die grossen Themen Klimawandel und Waldschutz eingebettet.

Und da kommt dann GreenAction ins Spiel, weil sich dort Menschen treffen und organisieren können, um selber etwas vor Ort zu tun.

Wenn Greenpeace zu einem Umweltproblem nicht selbst aktiv ist, so heißt das keinesfalls, dass wir es unwichtig finden. Wir müssen aber Prioritäten setzen.

Anti Fracking Sign at the Borderb © Les Stone / Greenpeace

Anti Fracking Sign at the Borderb © Les Stone / Greenpeace

So ist es auch beim Thema „Fracking“, zu dem wir gerade sehr viele Anfragen bekommen.

Direkt arbeiten wir dazu nicht, aber der Zusammenschluss der Bürgerinitiativen http://www.gegen-gasbohren.de/ist auch auf GreenAction aktiv, sie können erste Erfolge verbuchen und sie freuen sich bestimmt über Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Greenpeace und VW: Noch mehr Briefwechsel

30. September 2011

Es steckt Gutes in VW! Deswegen fordern wir gerade dazu auf, sich an unserer Aktion “Bring VW von der dunklen Seite ab” zu beteiligen.

Viele Menschen schreiben auch individuelle E-Mails an VW und schicken uns Kopien. Diese hat uns besonders gut gefallen:

Sehr geehrte Damen und Herren der VW-Geschäftsleitung,

wir wenden uns hiermit im Rahmen der Greenpeace-Aktion “Die Rebellion” an Sie.
Wie viele andere Menschen in Deutschland sind wir mit den Geschäftsstrategien vieler großer Wirtschafts-Unternehmen nicht mehr zufrieden. Mit der Entwicklung und beim Verkauf der Produkte wird vornehmlich die Erzielung maximaler Gewinne für die Aktionäre angestrebt, dem Gemeinwohl einer viel größeren Mehrheit – der Verbraucher – jedoch nur so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie dies für die Gewinnoptimierung gerade notwendig ist.
Das fängt bei der Rohstoffgewinnung an und hört bei der Wiederverwertung ausgedienter Produkte auf. Es ist unerträglich, dass Sie – als europaweit führender Autohersteller – sich Ihrer Verantwortung gegenüber allen Menschen, der Natur ja unserer gemeinsamen Erde nicht vollumfänglich bewusst sind, geschweige denn, sich dieser Verantwortung stellen und ihrer in vollem Umfang gerecht werden.
Sie haben die Möglichkeit, bei der zur Zeit unumgänglichen Produktion von Fahrzeugen ressourcenschonende und umweltverträgliche Herstellungskonzepte zu entwickeln und Autos zu bauen, die ein Maximum an Kraftstoff sparend und weitestgehend Abgase vermeidend unterwegs sind. Wir warten schon seit vielen Jahren z.B. auf die Serienreife der Brennstoffzelle als Antriebselement! Nehmen Sie endlich Ihre Verantwortung wahr! Bauen Sie Autos, die wirklich in jeder Hinsicht – von der Herstellung über den Betrieb bis zur Entsorgung – umweltfreundlich sind! In Europa haben Sie Menschen, ob als Mitarbeiter oder Kunden, die sich von derartigen Innovationen begeistern lassen! Und gerade in diesen schwierigen Zeiten sollten Sie sich Ihrer weltweiten Vorbildfunktion bewußt sein!

Schauen Sie den Kurzfilm “The Stoy of stuff” an und Sie werden verstehen, worum es den aufgeklärten und wachsamen Menschen geht!

Mit der Hoffnung auf eine baldige Änderung Ihrer Geschäftspolitik verbleiben
mit freundlichen Grüßen

Wir sind gespannt auf die Antwort.
Wenn Sie auch mitmachen möchten: Sie können das Manifest unterzeichnen oder selber etwas formulieren und an VW schicken.

Falls Sie die “Story of Stuff” noch nicht kennen sollten, bitte sehr: