Gleich zu Beginn der Herbstferien in Mecklenburg-Vorpommern starten wir wieder mit unserer umfangreichen Aktionswoche im Ozeaneum in Stralsund. Schweinswale sind klein, grau und gefährdet, genau deswegen stehen sie bei uns im Mittelpunkt der Aktionswoche. Die Schweinswale in Nord- und Ostsee gehören zu der im Atlantik vorkommenden Unterart Phocoena phocoena. Sie werden rund 1,50 Meter lang und sind die einzige heimische Walart an Deutschlands Küste.

Der Schweinswal ist die einzig heimische Walart an der Küste Deutschlands.
Schweinswale haben einen runden Kopf mit einer stumpfen Schnauze und werden 50 und 60 Kilogramm schwer. Die Weibchen werden größer und schwerer als die Männchen. Ihre Nahrung besteht aus Schwarmfischen wie Hering oder Makrelen, aber sie fressen auch Bodenbewohner wie Grundeln, Schnecken, größere Krebse und Tintenfische. Schweinswale bevorzugen flache Gewässer; dabei findet man sie im Frühjahr eher in Küstennähe, während sie im Herbst aufs Meer hinausziehen. Die kleinen Wale können bis zu 22 Stundenkilometer schnell schwimmen, ziehen aber meistens – dicht unterhalb der Oberfläche – mit wenigen Stundenkilometern durchs Wasser. Pro Minute tauchen sie zum Luftholen bis zu viermal auf. Dabei springen sie nicht aus dem Wasser, was sie von anderen Delfinen unterscheidet und ihre Beobachtung erschwert.

Todesfalle Stellnetze: Schweinswale verfangen sich in den Maschen und ersticken.
Doch der Schweinswal ist massiv bedroht: In der Ostsee kämpft er ums Überleben. Die Schutzverpflichtungen werden nicht wahrgenommen. Gefahrenquelle Nr. 1 für Schweinswale sind vor allem Grund-Stellnetze. Sie werden am Meeresboden verankert und an der oberen Netzkante durch Bojen aufgespannt. Allein die dänischen Stellnetze ergeben zusammen eine Länge von 5.000 bis 10.000 Kilometern. Die Wale erkennen die dünnen, aber reißfesten Nylonfasern oft nicht, verfangen sich in den Maschen und ersticken. In der Ostsee stammt wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Totfunde aus Beifängen der Fischerei.
Die Ausweisung von Schutzgebieten speziell für Meerssäuger sind für EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen des „Natura 2000“ Schutzgebietsnetzwerkes Pflicht. Im Jahr 2000 hat das Land Schleswig-Holstein in der Nordsee westlich vor Sylt und Amrum bis zur 12-Seemeilen-Grenze ein Kleinwal-Schutzgebiet eingerichtet. Es hatte sich als Aufzuchtsgebiet der Schweinswale erwiesen. Bis zu 6.000 von ihnen leben dort, der Anteil der Kälber liegt bei 14 Prozent. Doch auch hier im Schutzgebiet sind Stellnetze aufgrund einer unklaren Küstenfischereiverordnung nicht verboten. Eine Neuregelung ist dringend erforderlich.
Greenpeace zum Anfassen vor Ort!
Wir sind mit unseren Ehrenamtlichen Kollegen die ganz Woche vor Ort und bieten unter anderem Vorträge zum Schweinswal oder für die ganz Kleinen Lesungen mit einem Schwein in der Hauptrolle an. Neben der reinen Information kann bei uns jeder aktiv etwas zum Schutz der Meere, auch vor unserer Haustür, beitragen. Am Infostand liegen Unterschriften-Listen für Erwachsene und Kinder aus. Die Besucher können dann gleich aktiv werden, um den Meeresschutz in der EU einzufordern. Eine kleinen Ausstellung gibt Interessierten vertiefende Informationen zur Situation des Schweinswals. Zusätzlich informiert eine Outdoor-Ausstellung über die Gefahren für die Meere, die durch die Fischereiflotten und letztendlich durch die Verbraucher entstehen. Am Wochenende, 22. und 23. Oktober, wird ein Greenteam aus Lübeck mit einer Überraschungsaktivität vor Ort sein – wird sind gespannt!
Es lohnt sich auf alle Fälle bei uns vorbei zu sehen, wir freuen uns auf interessante Begegnungen und jeden Besucher der mitmacht!
Wann? 17. bis 23. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr
Wo? Ozeaneum Stralsund