Internationale Online-Demo für die Arctic 30

13. November 2013

MITMACHEN am 14.11.2013 ab 10 Uhr – direkt zur Internationalen Online-Demo: Hier!

Seit über 50 Tagen sitzen 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten in Russland in Untersuchungshaft. Ihnen drohen mehrere Jahre Gefängnis wegen “Rowdytums” und “Piraterie”. (Die Ermittlungsbehörde hat diese absurde Erstanklage trotz Ankündingung bislang nicht formell fallenlassen.) Deshalb ruft Greenpeace am 14. November zur weltweiten Online-Demo für die Arctic 30 auf: Menschen aus der ganzen Welt protestieren mit Twitter- und Facebooknachrichten für die Freiheit der Arctic 30.

Internationale Online-Demo für die Arctic 30: #FreeTheArctic30

Internationale Online-Demo für die Arctic 30: #FreeTheArctic30

Ebenfalls am Donnerstag protestieren Greenpeace-Aktivisten mit großen “SAVE THE ARCTIC”-Lettern aus Eis vor der Gazprom-Zentrale in Berlin für den Schutz der Arktis und die Freilassung der Arctic 30. Die Online-Demo wird auf einem Bildschirm vor dem Gebäude abgebildet und stellt den Protest der Arctic 30 an der Gazprom-Plattform Prirazlomnaya am 18. September nach, in deren Folge alle dreißig Besatzungsmitglieder der Arctic Sunrise festgenommen wurden.

  • Besucht und teilt die Seite http://twitterprotest.savethearctic.org mit allen Euren Freunden (und Verwandten!)!
  • Schreibt einen Tweet oder eine Facebook-Nachrichte mit dem Hashtag #FreeTheArctic30 und einem Link (http://gpurl.de/a30demo) zu der Demo:
  • Der größte Gazprom-Twitteraccount ist @GazpromFootball – vielleicht fallen Euch kreative Tweets ein, mit denen Ihr den Konzern direkt adressiert!
  • Beispieltweets:

Macht mit beim großen Online-Protest für die @gp_sunrise-Aktivisten: http://twitterprotest.savethearctic.org #FreeTheArctic30

Solidarität für die #Arctic30! Sei ein Teil vom Online-Protest: http://twitterprotest.savethearctic.org#FreeTheArctic30

Wir lassen uns nicht einschüchtern! Freiheit für die #Arctic30: http://twitterprotest.savethearctic.org #FreeTheArctic30

2 Millionen Menschen weltweit fordern: Freiheit für die #Arctic30 – mach mit! http://gpurl.de/a30demo #FreeTheArctic30

Sini, die stille Heldin

10. Oktober 2013

Von Harri Lammi, Greenpeace-Klimaexperte in Helsinki und Peking.

Meine Freundin Sini Saarela sitzt in Murmansk im Gefängnis – mit vielen anderen Greenpeace International-Aktivisten. Sie gehören zu den ersten, denen langjährige Haftstrafen drohen, weil sie ihrer Überzeugung gefolgt sind und sich für mehr Klimaschutz eingesetzt haben. Sie haben friedlich gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Wofür sich Sini und die anderen Aktivisten einsetzen, halten Millionen Menschen für ein dringendes Anliegen: fossile Brennstoffe daran zu hindern, in unsere Atmosphäre zu gelangen.

Sini Saarela vor dem Leninsky Amtsgericht in Murmansk

Sini Saarela vor dem Leninsky Amtsgericht in Murmansk

Henry Thoreau, Mahatma Gandhi und Martin Luther King einte der Glaube daran, dass eine Zeit bevorstünde, in der Individuen die moralische Verpflichtung zu zivilem Ungehorsam haben. Ich glaube, dass wir jetzt, da sich das Problem der globalen Erwärmung immer weiter verschärft, diesen Moment erreicht haben.

Werfen wir einen Blick auf die Fakten: Der russische Ölgigant Gazprom ignoriert die Bedrohung durch den Klimawandel und treibt Ölbohrungen in der Arktis voran – und zwar in einer Gegend, die nur aufgrund des Klimawandels zugänglich ist. Ein Ölunfall hätte hier irreparable Schäden zur Folge. Trotzdem wird das Gazprom-Projekt „legal“ genannt, während Sini in Murmansk im Gefängnis sitzt. Daran wird deutlich, was auf unserem Planeten falsch läuft.

Thoreau, der im Jahr 1849 ein Wortführer in der Debatte um die Sklaverei in den USA war, argumentierte, dass die Stimme des Gewissens nicht vor Regierungen und Gesetzen verstummen dürfe. Gandhi forderte Menschen dazu auf, sich einer friedlichen Bewegung gegen Ungerechtigkeit anzuschließen. Ziviler Ungehorsam ist nicht gleichbedeutend mit Anarchie oder Gesetzlosigkeit. Ganz im Gegenteil: Wer sich in zivilem Ungehorsam übt, stellt sich bewusst auf mögliche rechtliche Konsequenzen ein. So können die Menschen in unseren Gesellschaften dazu animiert werden, ihr Rechtsverständnis einer Prüfung zu unterzeiehen und schließlich Gesetze zu ändern.

Individueller Protest hat schon oft große Veränderungen herbeigeführt. Ohne den Mut einer Rosa Parks, die sich weigerte, die Rassentrennungsgesetze in Alabama zu akzeptieren und ihren Sitzplatz in einem öffentlichen Bus zu räumen, wäre Barack Obama heute vielleicht nicht Präsident der Vereinigten Staaten. Vielleicht wäre es ihm nicht einmal erlaubt zu wählen.

Nach jahrelangen Umweltkampagnen zum Thema Klimawandel haben wir nun einen entscheidenden Moment erreicht. Die Bedrohung durch den Klimawandel ist von den meisten Regierungen mittlerweile erkannt. Trotzdem mangelt es an Handlungsbereitschaft. Falls wir der Entwicklung nicht entgegenwirken, sieht es für die Zukunft düster aus – wie der kürzlich veröffentlichte UN-Bericht zum Klimawandel zeigt. Eltern wünschen sich dieses Zukunftsszenario nicht für ihre Kinder; kein junger Mensch kann ihm optimistisch entgegenblicken. Wir können diese Zukunft noch verhindern. Aber wir müssen jetzt handeln und nicht irgendwann später.

In einem vernünftigeren Universum wären es nicht Sini und ihre Freunde, sondern die Präsidenten der USA, EU, China etc. und die politischen Entscheidungsträger anderer Länder, die Russland auffordern würden, seine Pläne für die Arktis zu überdenken. Doch das ist nicht das Universum, in dem wir leben. Der Ölrausch in der Arktis erinnert an die letzten Tage der Osterinsel, an das Wettrennen um die Errichtung der letzten Statue und das Fällen des letzten Baumes.

Ich kenne Sini seit vielen Jahren. Sie ist eine der moralischsten Menschen, die ich kenne. Ich meine damit: Sie ist eine von diesen Personen, die nicht tatenlos zusehen können, wenn sie Ungerechtigkeiten sehen. Ich bin gut darin geworden, mein nagendes Gewissen zum Schweigen zu bringen: Andere verhalten sich schließlich genauso! Sini ist außerdem eine der mutigsten Menschen, die ich kenne. Als sie aufbrach, waren ihr die Risiken bewusst, auch wenn niemand eine Situation vorhergesehen hat, in der derart absurde Anschuldigungen erhoben werden. Ich denke nicht, dass ich den Mut hätte, Gazprom zwei Mal zu konfrontieren. Sini hat das getan. So sieht echte Überzeugung aus. Ich bin stolz darauf, dass ich Sini kenne!

Aktivismus irritiert viele Menschen. Er ist ein unangenehmer Weckruf für diejenigen von uns, die ihre innere Stimme kaum noch hören können. Viele Menschen wollen diese Herausforderung nicht annehmen. Sie wollen den Klimawandel lieber leugnen. In einigen Ländern wie Finnland verstecken sich viele Menschen hinter Rechtslagen oder Regierungen. Aber die Politiker können uns und unsere Kinder nicht retten. Diese Rolle haben Sini und die mutigen Menschen übernommen, die sich ein Herz gefasst haben und ihrem Sinn für Gerechtigkeit folgen, um für mehr Klimaschutz einzutreten.

Es gibt Finnen, die Sini heftig kritisieren, manche wünschen ihr sogar Zeit in einem russischen Gefängnis an den Hals. Ich kann mir nur vorstellen, welche Kommentare Menschen gehört haben müssen, als sie sich zum ersten Mal gegen die Sklaverei und Rassentrennung oder für das Wahlrecht von Frauen ausgesprochen haben. Die meisten Menschen, die versucht haben, uns aufzuwecken, wurden nicht gut behandelt, weil ihre Botschaft unerwünscht war. Wenn ich nun die selbstgefälligen oder aggressiven Kommentare zu Neuigkeiten von Sini höre, habe ich das Gefühl, dass wir Helden wie sie gar nicht verdienen. Wir haben es nicht verdient, dass diese Helden persönlich ein Risiko für uns und den Klimaschutz auf sich nehmen. Aber Sini handelt trotzdem. Weil es richtig ist.

Fordert die Freilassung von Sini, den anderen 27 Aktivisten und den zwei Journalisten mit einer Protestmail an die russische Botschaft! #freethearctic30

Fotoprojekt: Wäre hier Öl, Shell würde bohren

09. Juli 2013

Strand_groß_2 Pfeil

Ölbohrungen in der Arktis sind ein wahnwitziges Unternehmen. Da sind sich eigentlich alle einig. Sogar der  Ölkonzern TOTAL hat im letzten Jahr erklärt, aufgrund der Risiken, die mit Ölbohrungen in der Arktis verbunden sind, dort keine Explorationen zu betreiben. Extreme Wetterbedingungen, driftende Eisschollen, die Abgeschiedenheit der Region und und und machen die Katastrophe nach einem Ölunfall in der Arktis praktisch unabwendbar.

Shell will dennoch bohren.  Mit vorbereitenden Bohrungen vor der Küste Alaskas ist der Konzern 2012 nach einer Pannen- und Unfallserie zwar nicht weit vorangekommen, aber eine Rückkehr der Shell-Bohrer (derzeit zu Reparaturarbeiten in asiatischen Werften) scheint nur eine Frage der Zeit. Die Zwischenzeit überbrückt der Konzern mit einer unheilvollen Zusammenarbeit: Gemeinsam mit Gazprom will Shell die russische Arktis unsicher machen. Praktisch für Shell: Bei der Vertuschung von Ölunfällen wird in Russland bekanntlich gerne mal das eine oder andere Auge zugedrückt.

Wir sind der Meinung: Wer so verrückt ist, in der Arktis nach Öl zu bohren, dem ist alles zuzutrauen. Deshalb haben wir uns ein ganz besonderes Fotoprojekt ausgedacht und hoffen dafür auf Eure Unterstützung: Bastelt Euch ein Schild mit dem Spruch “Wäre hier Öl, Shell würde bohren” und macht ein Foto von dem Schild an einem Ort, der für Bohrungen genausowenig in Frage kommen sollte wie die Arktis. Auf den Beispielfotos könnt ihr sehen, wie wir uns das Ganze vorgestellt haben.

  • Die Vorlage und Anleitung für den Spruch und das Schild könnt Ihr hier herunterladen. Eine tif für die komfortable Bildbearbeitung findet sich hier.
  • Eure Fotos könnt ihr anschließend in die Online-Galerie auf der Greenpeace-Aktionsplattform GreenAction hochladen und natürlich auch auf der Greenpeace-Facebookseite und Euren eigenen Facebook-Profilseiten (bitte den Shortlink in eurem Post mitunterbringen: http://bit.ly/185TgHO).
  • Wenn ihr twittert, twittert Eure Fotos an @Shell mit dem Hashtag #SaveTheArctic und dem Shortlink zu dieser Seite: http://bit.ly/oeloeloel
  • Dein Foto wird in naher Zukunft als Bestandteil einer größeren Greenpeace-Protestaktion dafür sorgen, dass Shell die Finger von der Arktis lässt!

Und nicht vergessen, auf savethearctic.org unsere Petition für den Schutz der Arktis zu unterzeichnen!

UPDATE: Am Freitag, den 23.August, haben 15 Greenpeace-Aktivisten die Elbphilharmonie in Hamburg mit dem Pfeil verziert.

Greenpeace-Pfeil an Hamburger Elbphilharmonie - (c) Jörg Modrow / Greenpeace

Greenpeace-Pfeil an Hamburger Elbphilharmonie - (c) Jörg Modrow / Greenpeace

Pfeil mit Springer

Pfeil mit Springer - (c) Maria Feck / Greenpeace

Pfeil im Supermarkt

Pfeil im Supermarkt - (c) Maria Feck / Greenpeace

Pfeil Bushaltestelle

Nicht verrückter als die Arktis - (c) Maria Feck / Greenpeace