Wir sind wieder unterwegs. Die Neva führt zum Ladoga See und weiter geht es durch Schleusen zur Wolga, die in den künstlichen See Rybinsk aufgestaut ist. Hierzu sind wir durch sechs dicht zusammenliegende Schleusen gefahren. In der Nacht gab es keine Schleusen mehr und so konnte ich schlafen gehen. Verfallene Kirchen mit und ohne Zwiebeltürme, Holzhütten, kaputte Autos als Steganlage, Birkenwälder und Fichtenwälder ziehen an uns vorüber. Hinter jeder Insel erwarte ich eigentlich ein paar Indianer.
Gestern war Putztag. Das ist für die wasserscheuen Landratten wohl unangenehm, aber “a clean ship is a happy ship”. Zunächst muss der Heulbesen vor dem Laderaum gefunden werden, damit er alle Krümel und Wollmäuse aufsaugt und eine Rattenplage verhindert. Die Polster können mit der Polsterbürste bearbeitet werden. Die Niedergänge, auch Treppen genannt, bitte nicht vergessen. Die Reinigungsmittel und Schwämme für die Toiletten befinden sich im jeweiligen Waschraum. Ein Eimer mit heißem Wasser muss dafür reichen, sonst droht Wassermangel an Bord, denn unser Tank ist klein. Zum Schluss wird einmal durchgewischt und ordentlich geschrubbt. Das edle Geschirr in Form von angeschlagenen Tassen und Bratpfannen ohne Griff muss natürlich auch mehrmals am Tag abgewaschen werden, gerade wenn 12 Personen an Bord leben.
Unser Tank für Schmutzwasser, in dem sich alles aus den Toiletten – die übrigens mit See- bzw Flusswasser spülen – und der Küche ansammelt, ist natürlich auch begrenzt. Fäkalientank ist der Fachbegriff und diesen haben wir gestern in Vitegra an Land abgepumpt. Das stinkt natürlich.
Nachdem wir bei der Abfahrt einige Zeit aufgehalten wurden, haben wir jetzt wieder Wolf und Iosif an Bord. Fedor und Yana haben uns wieder verlassen, so dass Igor, Maria, Dina und Natascha aus dem russischen Greenpeace Büro bei uns sind. Dazu kommen noch die zwei russischen Lotsen Valerie und ein zweiter Igor. Uwe, Stefan, Kina und ich haben das Schiff nicht verlassen.













