Japan is bleeding

22. September 2011

Der Taifun Roke fegt über Japan hinweg und alle Augen richten sich wieder auf das krisengeschüttelte Land. Wohl wissend, dass ein Taifun in Fukushima  verheerende Auswirkungen haben kann, denn dort ist die Lage weiter sehr schwierig, aus der Atomanlage Fukushima 1 (Daiichi) tritt immer noch Radioaktivität aus. Nun scheint es so, dass sich die Lage zumindest durch Roke nicht verschlimmert hat. Aber der September ist der Monat in Japan mit den meisten Taifunen und so kann von Entwarnung keine Rede sein.
Aus den Medien ist Fukushima fast verschwunden, das Thema beschäftigt aber viele Menschen nach wie vor.
Ich habe hier im Blog schon einmal darüber berichtet, dass wir häufig Zuschriften von Künstlerinnen und Künstlern bekommen, die uns Gedichte schicken oder einen Song geschrieben haben. Meistens stehen diese Gedichte und Lieder in Zusammenhang mit Walfang oder Atomkraft.

Die Qualität ist sehr dabei sehr unterschiedlich. Manchmal sind auch richtige kleine Perlen dabei. So ging es mir bei „ Japan is bleeding“ von Chief Jackson. Eine kurze Umfrage bei den Kolleginnen und Kollegen ergab: Das lässt sich hören. Ein solider Rocksong ohne viel Schnick-Schnack, wie wir in Hamburg sagen.

Deshalb gibt es heute hier den Link. Urteilt selbst! Bitte habt aber Verständnis, dass wir an die Stelle und angesichts der vielen Zusendungen nur selten die Möglichkeit haben, hier einen Song zu posten.Heute ist eine Ausnahme….

Menschen bei Greenpeace – Sonja Hochgesand

07. September 2011
Mag keine schmutzige Wäsche - Sonja Hochgesand.

Mag keine schmutzige Wäsche - Sonja Hochgesand.

Sonja Hochgesand ist ein Glücksgriff für Greenpeace. Sechs Jahre lang hat sie bereits in der Greenpeace Gruppe Düsseldorf ehrenamtlich für Greenpeace gearbeitet, neben ihrem Vollzeit-Job als Chemisch-Technische Assistentin. Schon als Kind fand Sonja Greenpeace toll und hat die Wände ihres Kinderzimmers mit Tierbildern gepflastert. Zum Beispiel von Delfinen. So überrascht es nicht, dass sie in der Düsseldorfer Gruppe Expertin für den Bereich Meere wurde. Das Wissen darüber hat sie sich in vielen Workshops und Fortbildungen angeeignet. Außerdem war sie dort für die Greenteams, das Kinder-und Jugendprojekt von Greenpeace, zuständig.

“In Hochzeiten waren das schon mal 10 Stunden die Woche, ” sagt sie und lacht. “Aber ich hatte schon auch noch Zeit für Freunde und Hobbys.” Sonja lacht gern und viel. Sie ist trotz der Ernsthaftigkeit, mit der sie sich für Greenpeace einsetzt, ein fröhlicher, kommunikativer Mensch, offen und spontan.

Als sich die Möglichkeit bot, hauptamtlich für Greenpeace in der Detox-Kampagne mitzuarbeiten, hat sie gleich zugegriffen, denn ihren alten Job wollte sie ohnehin nicht ewig ausüben. Sonja ist die Begeisterung anzumerken. “Unglaublich, was man alles schafft, wenn man den ganzen Tag zur Verfügung hat und nicht nur am Wochenende oder nach Feierabend etwas für Greenpeace machen kann.” Seit Mai arbeitet sie nun im Speicher, wie die Greenpeacer die Zentrale in Hamburg nennen, die in einem der historischen Elbspeicher am Hafen untergebracht ist.

Wertvolle Gruppen-Erfahrungen als Hilfe im Job

Sonja ist für die Greenpeace Gruppen im ganzen Bundesgebiet Ansprechpartnerin, wenn es um die Detox-Kampagne geht. Sie weiß genau, wie die Kolleginnen und Kollegen in den Gruppen arbeiten, welche Informationen sie brauchen, wie viel Vorlauf nötig ist, wenn die Gruppen zum Beispiel Infomaterial verteilen sollen. “Es kommt schon vor, dass man aus der Greenpeace-Zentrale am Freitag eine Kopiervorlage geschickt bekommt, die gedruckt und am Samstag am Infostand verteilt werden soll. Und dann muss man nach der Arbeit mal eben schnell zum Copyshop. Zu einem, der auch Recyclingpapier hat, wohlgemerkt! Das kann zeitlich schon mal knapp werden. Ich kann hier natürlich jetzt meine Erfahrung als Grüpplerin einbringen. Umgekehrt bekomme ich mit, wie viel Stress und Betriebsamkeit im Speicher herrscht und kann bei den Gruppen verständlich machen, warum es manchmal eben ein paar Tage dauert, bis sie auf eine E-Mail mit einem Vorschlag eine Antwort bekommen. Als wir die Detox-Kampagnen gestartet haben, hat uns die Presse praktisch die Tür eingelaufen.”

Der schnelle Erfolg der Kampagne hat sie dennoch überrascht. Denn kurz nachdem Greenpeace anprangerte, dass Firmen, die für Adidas, Nike und Puma Sportbekleidung produzieren, bei deren Herstellung in China die Flüsse vergiften, haben Adidas, Nike und Puma reagiert und sich verpflichtet, hormonell wirksame Chemikalien wie Nonylphenolethoxylate (NPE)  bis zum Jahr 2020 komplett aus den Produktionsprozessen zu entfernen.

“Der schnelle Erfolg spornt uns aber an, noch mehr zu erreichen in der Textilindustrie. Und natürlich überprüfen wir, ob den Worten der großen Sportartikelfirmen auch Taten folgen.”

Das deutsche Greenpeace-Büro arbeitet dabei natürlich eng mit den chinesischen Kolleginnen und Kollegen zusammen. In einem Land wie China ist es nicht einfach, sich für den Umweltschutz zu engagieren.
“Aktivisten, die bei einem Flashmob mitgemacht haben, wurden verhaftet und erstmal zwei Stunden verhört. Sowas kann man sich hier gar nicht vorstellen. Sich mit einem Detox-Schild vor ein Schaufenster zu stellen, ist in China eine kleine Sensation. Sogar die staatlichen Medien in China haben darüber berichtet. In einem Land, in dem es keine freie Presse gibt, ist das großartig.”

Welche Erfahrungen hat sie in ihrer ehrenamtlichen Arbeit bisher gemacht?

“Sehr unterschiedliche. Manchmal wurden wir von Leuten regelrecht beschimpft, wenn wir in Düsseldorf in einer schicken Fußgängerzone standen, um auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Die meinten dann, wir sollten doch lieber arbeiten gehen. Und das, nachdem man gerade eine 40-Stunden-Woche hinter sich hatte und eigentlich ein freies Wochenende vor sich. Aber es gibt natürlich auch sehr freundliche Leute, die zu uns kommen, erzählen, dass sie Fördermitglied sind und wie toll sie unsere Arbeit finden.”

Der Übergang zwischen Arbeit und Freizeit ist fließend.  Das merken auch Freunde und Bekannte, zum Beispiel beim Einkaufen. “Ich kaufe eben bewusst ein, da gibt’s keinen Joghurt von Müller Milch oder Weihenstephan. Das stellt Freunde schon mal vor eine Herausforderung. Und dann ist sie auch noch Vegetarierin!”, ruft Sonja aus und schlägt, die Freunde nachahmend, theatralisch die Hände vor’s Gesicht. Auch was Kleidung angeht, versucht sie, bei kleinen Labels zu kaufen, die möglichst umweltfreundlich produzieren. Viele Freundinnen fragen sie jetzt natürlich, welche Kleidung sie noch kaufen können und welche nicht. Bei der Vielzahl der Labels ist das nicht immer ganz einfach, deshalb gibt es dazu einen Hintergrundbericht von Greenpeace.

Hamburg findet Sonja schön, es gefällt ihr sehr gut. Hier hat die gebürtige Mainzerin auch wieder einen großen Fluss vor der Haustür. Und hofft, dass es auch nach der Detox-Kampagne für sie in Hamburg weitergeht.

Kids schreiben an Greenpeace: Interview mit Stephanie

11. Juli 2011
Stephanie an ihrem Schreibtisch

Stephanie an ihrem Schreibtisch

Greenpeace erhält jeden Tag E-Mails und Briefe von Kindern.  Rund 40 E-Mails und 25 Briefe trudeln pro Woche bei uns ein. Die Anfragen werden von meiner Kollegin Stephanie Riemann beantwortet. Auf ihrem Schreibtisch landen Briefe, selbst gemalte Bilder und Unterschriftenlisten.

Stephanie, seit Januar hast du die Beantwortung der Kinderpost übernommen. Was ist das Besondere an der Arbeit?

Es macht viel Spaß, die Briefe und E-Mails zu lesen. Besonders toll sind die selbst gemalten Bilder, die uns die Kinder oft schicken. Diese Bilder zeige ich gern dem ganzen Team und die Berichte von Aktionen der Greenteams, die wir dann in der Greentime veröffentlichen. Das ist die Zeitung unserer Greenteams. Die Herausforderung ist, nicht wie eine Erwachsene zu denken und zu schreiben, sondern so zu antworten, dass das Kind auch versteht, was ich gemeint habe.

Hilft es dir bei der Arbeit, dass du selbst Mutter einer Tochter bist?

Ja, bestimmt. Kinder sorgen dafür, alles und sich selbst in Frage zu stellen und mit Kinderaugen neu zu betrachten.

Was liegt den Kinder am Herzen? Was schreiben sie?

Die Kinder interessieren sich besonders für die Themen Meere und Regenwälder. Und Wale sind natürlich ein großes Thema. Deshalb passt es sehr gut, dass wir jetzt mit Kids for Oceans den Kindern eine Möglichkeit geben, mit uns zusammen die Meere zu schützen.

Gibt es auch etwas, was dir nicht so gefällt?

Wenn Eltern für ihre Kinder schreiben! Das finde ich schade, denn so nehmen sie den Kindern die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und Kontakt aufzunehmen. Nervig kann es ein, wenn ein Kind ganz viele Fragen hat, die ich auch ausführlich beantworte und dann werden die gleichen Fragen noch einmal gestellt, weil meine Antworten gar nicht richtig gelesen wurden.

Traurig finde ich es, wenn uns ein Kind einen Brief schreibt und ein ganz ernstes Anliegen hat und dann keinen Absender auf den Briefumschlag schreibt! Ohne Absender wissen wir natürlich nicht, wohin wir schreiben sollen. Obwohl unsere Antwort sehnlichst erwartet wird.

Gibt es Fragen von Kindern, die besonders kurios sind?

Ja, die gibt es und da muss ich manchmal auch erst einmal überlegen und recherchieren. Zum Beispiel fragt uns ein Mädchen, ob Wale pupsen. Die Frage habe ich an unseren Meeresbiologen weiter gegeben.

Und?

Sie pupsen tatsächlich! Witzig finde ich auch die Frage, warum wir uns denn für den Umweltschutz einsetzen. Das ist für uns so selbstverständlich, dass man erst einmal gar nicht weiß, was man schreiben soll. Besonders interessant fand ich die E-Mail eines Jungen, der die Flachlandtapire schützen will und Infos haben möchte. Ich hatte noch nie von Flachlandtapiren gehört und war mir auch nicht sicher, ob die überhaupt bedroht sind.

Was ist deine Botschaft an die Kinder, was möchtest du ihnen sagen?

Bleibt, wie ihr seid! Lasst euch nicht entmutigen, wenn sich nicht gleich Leute finden, die euch unterstützen. Bleibt dran an eurem Umweltthema. Es macht mir persönlich große Hoffnung, dass so viele Kinder sich ganz ernsthaft mit dem Umweltschutz beschäftigen und sich dafür einsetzen.Trotz Spielekonsole und allem, was es sonst so gibt. Über Nachwuchs brauchen wir uns bei Greenpeace dank dieser Kids keine Sorgen zu machen.

Vielen Dank, Stephanie.

PS: Kennt ihr schon unsere Greenpeace-Seite für Kinder?