Willkommen zurück ihr Schlachter! Jetzt bleibt für immer zu Hause!

19. September 2011
Eine japanische Walfangflotte.

Eine japanische Walfangflotte.

Die japanische Walfangflotte ist nach dreimonatiger Fangfahrt aus dem Nordpazifik zurückgekehrt. Auf ihr Konto gehen insgesamt 195 Wale unterschiedlicher Arten. Obwohl damit die Pseudowissenschaftler ihre Quoten nicht ausgeschöpft haben, ändert das nichts Grundsätzliches an dem traurigen Ergebnis:

Arten         Minke     Sei     Bryde    Pott       Total

Fang            49          95        50        1            195
Quote          100        100       50       10           260

Pottwale haben keinen kommerziellen Wert, weil ihr Fleisch zu hoch mit Umweltchemikalien belastet ist, deswegen liegt der Fang schon seit langem unterhalb der  Quote. Die Minkewaljagd hat noch nicht mal die Häflte der Quote ergeben – dafür liefert das japanische Institut für Walforschung, das von der Regierung mit der Walforschung beauftragt wird und die Fangflotte unterhält, keine Erklärung. Das Wissenschaftskomittee der Internationalen Walfangkommission (IWC) bemängelt seit Jahren, dass die nordpazifische Jagd die in diesem Bereich gefährdete Minkewalpopulation weiter unter Druck setzt.

Üblicherweise sticht die Fangflotte Ende November in Richtung antarktische Gewässer in See, um dort knapp tausend Großwale zu schießen. Wir werden sehen, was dieses Jahr passiert, der Absatzmarkt für Walfleisch stagniert in Japan und in den Kühlhäusern lagern über 6000 Tonnen davon, unverkauft. Wann sehen die Verantwortlichen endlich ein, dass der Walfang keinen Platz im einundzwangzigsten Jahrhundert mehr hat?

Frau Aigner, ihre Herausforderung: Schutz der Meere!

02. September 2011
Der Banner soll Ministerin Aigner den Schutz der Meere ins Gedächtnis rufen.

Der Banner soll Ministerin Aigner den Schutz der Meere ins Gedächtnis rufen.

Das war die Botschaft auf dem Banner heute morgen, das wir anlässlich der Eröffnungsrede von Ministerin Aigner zur Agrarmesse in Rendsburg hochgehalten haben. Vor ein paar Wochen hatte ich die auch für den Wal- und Meeresschutz verantwortliche Ministerin angeschrieben und dringend um einen Gesprächstermin zum Thema Fischerei und Walschutz gebeten. Sie ließ ihren Staatssekretär antworten, dass sie keine Notwendigkeit sähe, mit uns zu sprechen. Das sahen wir anders und mit der Protestaktion heute Morgen haben wir hoffentlich dazu beigetragen, Frau Aigner den Schutz der Meere ins Gedächtnis zu rufen.

Auf ein Gespräch wollte sich Frau Aigner aber auch dort nicht mit uns einlassen. Sie war sichtlich erstaunt darüber, dass wir zu einer Agrarmesse gekommen sind, um auf den Meeresschutz aufmerksam zu machen. Statt Antworten haben wir ein Stirnrunzeln bekommen. An den Schutz der Meere haben wir sie aber trotzdem erinnert.

Das ist auch dringend nötig, denn ihr Ministerium blockiert nach wie vor konsequente Fischereimaßnahmen in den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee. Zum Beispiel soll die Stellnetzfischerei dort weiterhin erlaubt bleiben. Die Netze, in denen sich immer wieder Schweinswale verheddern und ertrinken, sollen lediglich mit akustischen Scheuchvorrichtungen ausgerüstet werden. Das hält zwar die Wale von den Netzen fern, allerdings werden sie auch aus den Schutzgebieten vertrieben. Ein klarer Rechtsbruch, wie eine rechtliche Stellungnahme zeigt.

Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace, trifft auf Ministerin Aigner.

Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace, trifft auf Ministerin Aigner.

Frau Aigner kann auch dafür sorgen, dass sich Deutschland in der aktuellen Reform der Gemeinsamen EU-Fischereipolitik mit seinem ganzen politischen Gewicht in die Verhandlungen wirft: Die übergroßen Fangflotten müssen dringend abgebaut werden, die absurde Subventionspolitik für den Fischereisektor gehört auf den Prüfstand, vor allen Dingen aber die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten sollte von Deutschland vorangebracht werden!

Mehr Informationen gibt es im Webzine “Schutz für Schutzgebiete”

Licht am Ende des Tunnels?

31. August 2011

In diesem Jahr werden die isländischen Walfänger keine Jagd auf Finnwale machen. Diese Nachricht verbreiteten die Nachrichtenticker im Laufe der letzten Woche. Da sind offensichtlich auch die ewig Gestrigen von einem Realitätsstrahl getroffen worden, gut so.

Isländische Walfänger werden dieses Jahr keine Jagd auf Finnwale machen.

Isländische Walfänger werden dieses Jahr keine Jagd auf Finnwale machen.

Wie hinlänglich bekannt, gibt es auf Island ohnehin keinen Markt für das Fleisch dieser zweitgrößten Walart. Es ist ausschließlich für den japanischen Markt vorgesehen. Da die Tsunami-Katastrophe und die anschließende Kernkraftwerkshavarie dort aber unter anderem zu einer sinkenden Nachfrage nach Walfleisch geführt haben, quellen die isländischen Kühlhäuser noch von den Fleischmengen der letztjährigen Jagd über. 148 Finnwale haben damals ihr Leben gelassen. Gunnlar Fjolar Gunnlaugsson von der isländischen Finnwalverarbeitungsfirma “Hvalfjördur” beklagt lediglich die 150 Arbeitsplätze, die durch die ausbleibende Jagd wegfallen. Im nächsten Satz merkt er an, “wir hoffen, sind geduldig und optmistisch – wir werden den Walfang nicht aufgeben”. Wird Zeit, dass Island der europäischen Union beitritt, da hat sich der Walfang ohnehin erledigt. Denn alle marinen Säugetiere sind durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU unter besonderen Schutz gestellt. Island würde bei einem Beitritt zur EU und einer gleichzeitigen Weiterführung des Walfangs also gegen geltendes EU-Recht verstoßen.

Zudem ist der Markt für Walfleisch ohnehin rückläufig. Wie eine Greenpeace-Umfrage aus dem Jahr 2008 zeigte, lehnen fast 75 Prozent der japanischen Bevölkerung den Walfang auf hoher See ab, also auch die Jagd im antarktischen Walschutzgebiet.

Kleiner Nachtrag: die Jagd auf Minkewale, die nach wie vor auch in Island verzehrt werden, hat in diesem Jahr bis jetzt fünfzig Tiere das Leben gekostet.