Es war ja viel zu hören über den hohen Verbrauch des neuen VW up. Bereits der von VW angegebene Verbrauch im offiziellen Messzyklus lag überraschend hoch. Und nachdem der Kleinstwagen von allen größeren Zeitungen und Fachzeitschriften getestet worden war, lautete der nahezu übereinstimmende Befund: Der up ist ein kleiner Schluckspecht. Meine kurze Probefahrt hat diesen Eindruck nun bestätigt. Auch wenn die Fahrt nur etwa 100 Kilometer lang war, lieferte sie dafür doch genügend Anhaltspunkte.
Um zu gewährleisten, dass auch die sehr kurze Fahrt einen groben Eindruck vom Verbrauch auf einer konkreten Strecke vermitteln kann, habe ich das Testfahrzeug extrem sorgfältig betankt und darauf geachtet, eventuelle Luftblasen zu vermeiden. Das Ergebnis: Über fünf Liter bei fast reiner (und eher defensiver) Autobahnfahrt. Das ist zu viel, auch bei Einrechnung aller denkbaren Unsicherheiten und Ungenauigkeiten angesichts der für eine Probefahrt natürlich zu kurzen Fahrstrecke.
Das ist einen halben bis einen dreiviertel Liter mehr als VW für den “kombinierten Verbrauch”, also angeblich inklusive Stadtanteil, angibt (4,5 liter), und sicherlich zwei Liter oder mehr als nach dem Stand der Technik heute möglich. Das von Greenpeace schon vor 17 jahren präsentierte “drei-Liter-Auto”, der SmILE (small, intelligent, light, efficient) verbraucht auf vergleichbarer Strecke nur zweieinhalb Liter (Benzin), und das mit der Technik von vor fast 20 jahren.
Der up ist definitiv kein Ruhmesblatt für VW, sein Verbrauch ist eher peinlich, gerade unter Berücksichtigung, dass VW die Technik hat, um es besser zu machen. Damit ist nicht nur die “BlueMotion-Technologie” gemeint, sondern erst recht die Serie der ein-, zwei- und drei-Liter Autos, die die VW-Konzernlenker ab und zu bei Automessen präsentieren. Schade nur, dass es sich dabei um Alibi-Projekte handelt, die nicht auf die Straße kommen.
Hörtipp: Der letzte “Greencast” (#90) mit einem Interview mit dem Greenpeace-Verkehrsexperten Wolfgang Lohbeck.













